Stutensee für Klimaschutz ausgezeichnet

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Beitragsbild: Gerd Altmann/Pixabay

Pressemitteilung von Stadtverwaltung Stutensee | 06.08.2023 9:31 | 3 Kommentare

Am Montag, den 17. Juli 2023, wurden die Klimaschutzaktivitäten der Stadtverwaltung von einer externen Auditorin geprüft, wie diese mitteilt. Stutensee erreichte 58 Prozent der möglichen Punkte, 50 Prozent wären für eine Auszeichnung erforderlich gewesen. Bis zum Jahr 2030 soll die Auszeichnung in Gold erreicht werden. Hierfür sind 75 Prozent erforderlich.

Beim Audit am 17. Juli stellte die Stadtverwaltung ämterübergreifend abgeschlossene und laufenden Maßnahmen aus dem Klimaschutz sowie einen Ausblick auf die kommenden Jahre vor und beantwortete die Fragen der externen Prüferin.

Der European Energy Award (eea) ist ein europaweites Zertifizierungssystem für kommunalen Klimaschutz, an dem weit über 1.000 Kommunen teilnehmen. Der Stutenseer Gemeinderat hatte die Teilnahme Ende 2019 beschlossen.

“Die Stadt kann sich über dieses tolle Ergebnis im eea-Prozess freuen”, meint Fabian Siemer, der eea-Berater für die Stadt. “Gerade mit den stetig strengeren Kriterien ist die Zertifizierung kein Zuckerschlecken. Sie zeigt: Klimaschutz ist ein fester Bestandteil in Stutensee. Ausruhen auf den Lorbeeren heißt es trotzdem nicht, denn es ist noch ein weiter Weg hin zur Klimaneutralität bis 2035.”

Die offizielle Auszeichnung soll im kommenden Frühjahr verliehen werden.

Quelle: Stadtverwaltung Stutensee

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Mit größter Spannung wird man sicherlich die immer mehr in den Vordergrund rückende Frage verfolgen: Welche oder welcher von diesen tausenden Experten, hat am Ende denn eigentlich recht mit seiner Einschätzung des Klimawandels und seiner zwingend erforderlichen Maßnahmen. Jede Stunde in der wir uns dem gewünschten Ziel von Klimaneutralität 2035 nähern, wird uns zeigen, ob der eingeschlagene Weg der Richtige ist oder am Ende vielleicht doch der Falsche war. Es wird nur eine globale Betrachtung geben können, und die sieht anders aus wie eine lokale, unter der deutschen Käseglocke. Das Thema steht auf der politischen Agenda an oberster Stelle, die Laufzeit bis zum Ziel ist bekannt, alles Notwendige muss getan werden, und kurz vor der Ziellinie müssen die Forderungen ausnahmslos erfüllt und abgearbeitet sein, damit die immer rasanter werdende Fahrt hin zu einer klimaneutralen Lebensweise, nicht mit einem lauten, überall hörbaren Überschallknall noch zu bearbeitender Restpunkte, in der Katastrophe energiesparender großflächiger Stromausfälle endet.
Nur ein kleines Beispiel in diesem Versorgungspuzzle: Allein für die Planungen und die rechtlichen Voraussetzungen einer HGÜ-Stromtrasse von Nord nach Süd wurde zwischenzeitlich ein Jahrzehnt verbraten, ohne überhaupt einen Meter an Kabeltrasse verlegt zu haben. Die Südlink sollte anfänglich schon 2022 längst fertiggestellt sein. Nun ist das Jahr 2028 als Finale im Gespräch. Von den 700 km Trassenlänge zwischen Brunsbüttel und Großgartach/bei Heilbronn, wurde der 17 km lange Bauabschnitt zwischen Bad Friedrichshall und Leingarten erst kürzlich genehmigt. Genehmigt – hallo- genehmigt –nicht gebaut.
Hätte man die beiden im Süden der Republik angesiedelten, bis 15. April 2023 grünen Strom erzeugenden AKW-Anlagen ISAR 2 und GKN 2 am Leben erhalten, hätten sie ¾ des über Südlink einmal transportierten Stromes als Grundlastenergie noch lange Zeit liefern können.
Meine Meinung zu der ganzen Sache ist erst einmal einfach dargestellt, eine Herausforderung, deren Ausgang noch lange nicht in die gewollte Richtung geht, wie es politisch geplant ist. Wir allein werden diesen Klimawandel spürbar nicht beeinflussen, solange andere Länder, die auf den Weltmärkten von nun an billiger angebotenen schädlichen fossilen Brennstoffe, die wir einsparen, in ihr Energieerzeugungsportfolio übernehmen.
Und da nützt es auch relativ wenig, ob Stutensee im Länd, Hundeluft in Sachsen oder Schmedeswurtherwesterdeich in Schleswig-Holstein eine belobigende Auszeichnung in Bronze, Gurkengrün oder Goldflitter von einer Umwelt- und Energieagentur GmbH erhalten. Sven Schiebel wird sich seiner einmal vergangenen Einstellung gegenüber einem solchem Projekt besinnen, für das man zumindest momentan finanziell mehr einbringen muss, als man dafür bekommt. Der Klimawandel ist kein gebührenpflichtiges Handelsobjekt, wo man jeden Tag was Neues dazu erfinden muss, oder eine Ware die mehrwertsteuerpflichtig oder nicht bei einer Agentur eingekauft werden kann. Ein positiver Verlauf der Klimawende kann auch nicht von der Finanzkraft der Stadt oder Kommune abhängen. Nein hier muss so richtig Kohle, allerdings keine Braun- und auch keine Steinkohle, in den Erfolg dieses Projektes gepumpt werden, wenn es ernst gemeint sein sollte mit dem globalen Klima und der noch möglichen beherrschbaren Behebung einiger seiner zukünftigen Folgen. Solange Kommunen und Städte aus dieser Sache noch eine Art sportlichen Wettbewerb um Urkunden veranstalten, ist das des bedruckten Papiers nicht wert. Jeder m² Photovoltaikanlage, jedes Windrad, jedes Gärsilo, H²-Elektrolyseanlage, jede erzeugte kWh, welche eine CO² – Ausbreitung in unsere Atmosphäre verhindert, muss bauseitig schnellstmöglich verwirklicht werden. Und das geht nun mal nicht mit zögerlichem Handeln und mehrmaligem Rechnen ob hoch oder runter eines schwarzen Null-Haushalts der Bundesfinanzen und auch nicht mit GmbH-Energie-Beratungen. Wenn es so ernst ist, muss der Staat unabhängig aller politischen Hintergründe mit Höchstgeschwindigkeit, jeglichem Parteiengezänke und gefährdendem Lobbyismus mit erheblicher Bremswirkung nun das Geschehen mit allen Konsequenzen in die Hand nehmen. Und das auch ganz unabhängig von dem was es kostet oder kosten könnte. Wenn diese von allen möglichen bundes- und landespolitischen Entscheidungen finanziell ausgebeuteten Kommunen, nun auch noch die Einhaltung der Klimaneutralität finanziell schultern sollen, dann wird es nicht nur in den Rathäusern, öffentlichen Einrichtungen, sozialen und kulturellen Errungenschaften – sondern auch in allen umliegenden Häusern, Gebäuden und Wohnbauverdichtungen, Wasserwerken, Kläranlagen, Strassenzügen, trotz einem glühenden Sonnenuntergang und kräftigem Wind, um uns herum ganz schnell dunkel werden. Und vor den schön gerahmten, zertifizierten Europäischen Energie Preis in Gold mit 75 % Umsetzungs-Erfordernissen, könnt ihr im Foyer des Rathauses eine solarbetriebene Kerze stellen, damit auch dann noch jeder sehen kann, Stutensee war ganz dick dabei, als es um die Stoppwirkung des Klimawandels, um die Zukunft der deutschen Energie, um wirtschaftlich blühende Landschaften und daraus resultierend um den Erhalt unseres hart erarbeiteten und verdienten Wohlstandes ging. Wir müssen aber bei aller Betrachtung der Dinge, die aktuelle Lage dieser Welt mit auf diese Waagschale politischer Entscheidungen legen. Wenn es diesen unsäglichen Krieg in der Ukraine nicht gäbe, würde sich auch die aktuelle Geschwindigkeit all dieser Maßnahmen, hin zu einer CO²-freien Energieerzeugung, in einem anderen langsameren Rahmen bewegen. Insofern ist auch jegliche Entscheidung, die in ihrem Energiemix größtenteils in die Richtung von nicht grundlastfähiger Energie abzielt auf ihre energieliefernde Verlässlichkeit, ihre wahre spätere Leistungsfähigkeit für die gesamte Gesellschaft und auch auf ihren Preis zur Wirtschaftlichkeit für Industrie und Handwerk des deutschen Standortes genau zu durchleuchten. Vielleicht sind die derzeitigen Erlebnisse von leicht entzündbaren, aber schwer löschbaren Autobatterien in E-Cars, unwuchtige und rissbildende Rotorblätter an Windenergieanlagen, und die immer noch sehr lahme Entwicklung beim Ausbau von notwendigen Energiespeichern, aber auch die zukünftig absehbare Abhängigkeit an notwendige Grundstoffe im Batterie- und Photovoltaik-Anlagenbau zu gelangen ein Fingerzeig in die richtige Richtung zu denken. Ein wichtiges Zeichen, dass es neben Wind und Sonne, später noch andere Möglichkeiten der Energiegewinnung geben wird, von denen wir uns parteiideologisch bedingt, nicht verabschieden, und uns auch in dieser Sache wissenschaftlich nicht auf das Abstellgleis begeben sollten. Dazu zählt eine weitere intensive Kernfusionsforschung aber auch ein Wiedereinstieg in weiterentwickelte, kleinere Kraftwerksanlagen durch Spaltung schwerer Atomkerne. Ich kenne die früher gesellschaftliche Ablehnungshaltung „Atomkraft – Nein Danke“, habe aber aus dieser Ecke nie „Sonnenkraft – Nein Danke“ gehört, wobei es sich bei der Sonne, und der in ihr entstehenden Energie, um einen Kernfusionsreaktor handelt, der auch radioaktive Tücken aufweist.

Darius

Sehr guter Beitrag, kwg. Dazu passt vielleicht die heutige Meldung, dass Forschern gelungen ist, mit einer erfolgreich durchgeführten Kernfusion mehr Energie zu erzeugen als sie vorher reingesteckt haben. Vielleicht hilft uns das in Zukunft einmal.
Interessant finde ich an dem European Energy Award (eea), das ich nicht weiß, wieso Stutensee da etwas verdient haben soll. Mit welcher Maßnahme? Dadurch, das wir jedes mögliche Fleckchen Grünfläche mit Beton zubauen, wie im Wohnpark Mittendrin mit praktisch keiner Grünfläche? Dieser Award erinnert mich an einige ähnliche Auszeichnungen, die uns im Geschäftsleben angeboten werden, bei denen man einen Teilnahmebeitrag bezahlt und dann auf jeden Fall ein Zertifikat oder Award erhält, den man dann publikumswirksam auf der Homepage positionieren kann. Wo sind die Grünflächen für das Mikroklima, wo sind die Ladesäulen von der Stadt Stutensee, um die zahlreich gewünschten E-Autos komfortabel und günstig laden zu können. Praktisch sehe ich als normaler Bürger überhaupt keine Aktivitäten oder Fortschritte, nur das wir eben jetzt einen Award haben, den es in 12 Jahren (!) dann in Gold geben soll. Prima, ich gratuliere.

Daniel

Indem man eins von zwei Hallenbäder schließt, spart man eine Menge Energie. Nach der Preisverleihung könnte man es doch eigentlich wieder öffnen?