Glasfaser-Update Juni 2026: Die ersten Bagger rollen

Glasfaserausbau in Büchig

Bild: Martin Strohal

Von Jochen Pfeiffer | 30.06.2026 8:35 | Keine Kommentare

In Stutensee ist der Glasfaserausbau inzwischen sichtbar angelaufen. In mehreren Stadtteilen wurden erste Gehwege geöffnet, Rohrverbände verlegt und Netzverteiler aufgestellt. Jochen Pfeiffer berichtet für meinstutensee.de künftig regelmäßig über den Themenbereich “Glasfaser”. Er zeigt, was aktuell passiert ist, greift Themen aus dem Ausbau genauer auf und beantwortet Technikfragen, die viele Haushalte betreffen.

Aktuell: Was im Juni passiert ist

Am 2. Juni fiel vor dem Rathaus in Blankenloch der symbolische Startschuss für den Ausbau.

Bauarbeiten für das Glasfasernetz in Büchig

In Büchig waren die ersten Bagger der PBI Bau GmbH aus Malterdingen im Einsatz. Von der Waldstraße aus erschlossen die Bautrupps die Schwarzwaldstraße, die Mahlbergstraße und die Turmbergstraße mit Glasfaser. Ende Juni erreichten die Arbeiten den Rotkäppchenweg.

In Friedrichstal begannen die Arbeiten in Kalenderwoche 25. Die Teams zogen erste Hauptkabel aus der Vermittlungsstelle in der Hans-Thoma-Straße über die Grabener Straße und die Rheinstraße Ost in das bestehende Kabelschachtsystem ein.

Am 24. Juni informierte die Telekom in der Festhalle Blankenloch über das Projekt. Nach einer kurzen Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Petra Becker stellte Stefan Winkler, Regional Manager bei der Telekom, den Ausbau vor.

Werbung vor der Festhalle ist einem Warnschild nachempfunden

Ihm zufolge halte die Telekom an dem Vorhaben fest und wolle den Ausbau in Stutensee auch vollständig umsetzen. Rund 13.000 Haushalte sollen demzufolge Glasfaser bekommen. Dafür plant das Unternehmen etwa 870 Kilometer Glasfaserkabel bis in die Gebäude und rund 130 neue Netzverteiler im Stadtgebiet. Außerdem stellte die Telekom ihre Tarife und Leistungen vor und erklärte das Vorgehen sowie die Rahmenbedingungen für den Hausanschluss.

Thema war auch die Rolle der GlasfaserPlus, die den Ausbau als Netzgesellschaft gemeinsam mit der Telekom vorantreibt. Das Netz entsteht im “Open-Access-Modell”, das bedeutet, dass es auch anderen Anbietern offensteht.

Netzverteiler (NVt) verbinden die Glasfaserleitungen. Rund 130 solcher Kästen sollen in Stutensee aufgestellt werden

In Kalenderwoche 24 startete der Tiefbau in Friedrichstal-West. Die Cablex Germany aus Stuttgart verlegte als beauftragtes Tiefbauunternehmen in der Rheinstraße-West und in der Straße Am Bahnhof die ersten Leerrohre. Auch der erste Netzverteiler wurde dort aufgestellt.

Thema: Wie eine Glasfaserbaustelle in der Straße abläuft

Für die Glasfaserarbeiten wird meist nur ein schmaler Streifen im Gehweg geöffnet

Viele Anwohnerinnen und Anwohner fragen sich, was genau vor der eigenen Haustür passiert, wenn die Glasfaserbaustelle anrückt. Zuerst öffnen die Bautrupps meist den Gehweg und legen dort einen sogenannten Speedpipe-Rohrverband ein. Dabei handelt es sich um ein Bündel aus mehreren kleinen Kunststoffröhrchen, das von einem schützenden Mantel zusammengehalten wird. Dieser Verband verläuft entlang der Straße. Wo ein Haus angeschlossen werden soll, öffnen die Fachkräfte den Mantel, trennen einzelne Röhrchen ab und führen nur diese bis zum Gebäude. Später blasen sie die Glasfaserkabel mit Druckluft durch die Röhrchen bis ins Haus ein.

Die Arbeiten laufen abschnittsweise. Die Bautrupps öffnen also nicht gleich eine ganze Straße, sondern arbeiten sich Stück für Stück vor. Sie öffnen den Gehweg, legen die Rohre ein und schließen die Oberfläche wieder. Dadurch können Anwohnerinnen und Anwohner ihre Einfahrten in der Regel nach kurzer Zeit wieder nutzen. Häufig werden zuerst die Leitungen entlang der Straße gebaut. Die einzelnen Hausanschlüsse folgen später.

Geöffnete Stellen werden zunächst provisorisch geschlossen

Asphaltierte Stellen werden zunächst provisorisch geschlossen. Der endgültige Asphalt folgt später, wenn mehrere Stellen zusammenkommen.

Technikfrage: Spart Glasfaser Strom?

Viele Haushalte fragen sich beim Wechsel auf Glasfaser, ob dadurch auch der eigene Stromverbrauch sinkt. Für die private Stromrechnung dürfte der Unterschied meist gering bleiben. In der Wohnung oder im Haus läuft weiterhin vor allem der Router. Moderne Router für Glasfaser, DSL oder Kabel verbrauchen oft ähnlich viel Strom. Entscheidend sind eher das konkrete Gerät, die WLAN-Leistung, angeschlossene Zusatzgeräte und die Frage, ob Geräte dauerhaft eingeschaltet bleiben.

Der größere Spareffekt entsteht außerhalb des Hauses. Kupfer- und Kabelnetze brauchen an vielen Stellen aktive Technik. Geräte in Vermittlungsstellen, Verteilerkästen und Knotenpunkten verstärken Signale, bereiten sie auf und halten die Verbindung stabil. Diese Technik läuft dauerhaft, auch wenn einzelne Haushalte gerade kaum Daten übertragen. Glasfaser kommt auf vielen Strecken mit weniger Zwischenstationen aus, weil die Daten als Lichtsignale übertragen werden und über längere Entfernungen stabil bleiben. Ein Glasfasernetz ist dadurch grundsätzlich schlanker aufgebaut und kann im Betrieb sparsamer arbeiten. Für einzelne Haushalte bleibt der Effekt auf der Stromrechnung klein; für die digitale Infrastruktur einer Stadt kann er größer sein.

Bildquellen:

  • Glasfaserbau: Jochen Pfeiffer
  • Glasfaser-Werbung: Jochen Pfeiffer
  • Netzverteiler Glasfaser: Jochen Pfeiffer
  • Glasfaser-Baustelle: Jochen Pfeiffer
  • Glasfaser Baustelle: Jochen Pfeiffer
  • Glasfaserbau: Martin Strohal
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