Der erste Wahlgang bei der Oberbürgermeisterwahl in Stutensee endete ohne absolute Mehrheit für einen der Kandidaten. Das bedeutet, dass in zwei Wochen, am 26. Juli, eine Stichwahl zwischen Frank Burkard und Tobias Walter stattfinden wird.
Ab 18 Uhr versammelten sich viele Bürgerinnen und Bürger auf dem Vorplatz des Blankenlocher Rathauses. Auf einer großen LED-Wand wurden die Ergebnisse der Stimmenauszählung angezeigt. Verfolgen Sie den Verlauf rückblickend in unserem Ticker.
Am Ende steht ein klares Ergebnis: Die Kandidaten trennen jeweils etwa zehn Prozentpunkte. Ganz vorne liegt der Kronauer Bürgermeister Frank Burkard mit 43,6 Prozent (4.066 Stimmen), gefolgt von Tobias Walter mit 34,5 Prozent (3.214 Stimmen). Am wenigsten Stimmen erhielt Sven Schiebel, nämlich 21,8 Prozent (2.027 Stimmen).
Die Wahlbeteiligung lag bei 48,2 Prozent. Mit 9.347 von 19.388 Wahlberechtigten ging nur knapp jeder zweite zur Wahl.
Laut gesetzlicher Regelung, die vor wenigen Jahren in Kraft getreten ist, folgt nun eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. So werden in zwei Wochen, am 26. Juli, Frank Burkard und Tobias Walter auf dem Stimmzettel stehen.
Beide gaben sich im Gespräch mit meinstutensee.de kämpferisch. Enttäuscht zeigte sich hingegen Sven Schiebel. der den Rückhalt der Bevölkerung vermisste bei all den Projekten, die er in den letzten Jahren angestoßen habe.
Zum Wahlabend wird meinstutensee.de in den nächsten Tagen ein Video veröffentlichen.
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forum Kommentare
Mich beschäftigt im aktuellen Oberbürgermeisterwahlkampf vor allem eine Frage:
Ist es wirklich gut für Stutensee, wenn der nächste Oberbürgermeister direkt aus dem Gemeinderat kommt?
Gerade in einer Demokratie ist es wichtig, dass Macht nicht zu stark an einer Stelle gebündelt wird. Der Gemeinderat soll die Verwaltung kontrollieren und der Oberbürgermeister die Verwaltung führen. Diese Rollen sollten möglichst unabhängig voneinander sein.
Kommt der Oberbürgermeister jedoch aus dem Gemeinderat und wird von nahezu allen Fraktionen getragen, besteht die Gefahr, dass die notwendige kritische Distanz verloren geht. Langjährige politische Beziehungen und eingespielte Mehrheiten können dazu führen, dass Kontrolle eher zur Formsache wird als zu einer echten Auseinandersetzung.
Und was bedeutet das für die Bürger? Wenn der Oberbürgermeister ein Anliegen ablehnt oder eine Entscheidung trifft, mit der man nicht einverstanden ist, war der Gemeinderat bisher oft die nächste Anlaufstelle. Doch wenn Verwaltungsspitze und Gemeinderatsmehrheit politisch eng miteinander verbunden sind, stellt sich die berechtigte Frage: Wer hört den Bürgern dann noch unvoreingenommen zu?
Es geht hier nicht um Personen, sondern um ein demokratisches Prinzip: Macht braucht Kontrolle. Unterschiedliche Rollen und eine gesunde Distanz schaffen Vertrauen. Genau deshalb sollte jeder genau überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, wenn der Oberbürgermeister direkt aus dem Gemeinderat kommt.
Die aktuell laufende Schmutzkampagne gegen Herrn Burkard zeigt, wie eng die Stichwahl werden wird. Die CDU um Kandidat Walter scheint extrem nervös zu sein und greift zu unlauteren Mitteln. Einen Kandidaten so zu diffamieren wie aktuell, kennt man sonst nur von Leuten wie Trump etc. Traurig, wie auch immer die Wahl am Ende ausgeht. Eine solche Spaltung hat Stutensee nun nicht auch noch gebraucht!
Ja, das hat mit fairem Wahlkampf nichts mehr zu tun, sondern ist die Folge fehlender Argumente.
Die Unterstützung des unerfahrenen Tobias Walter – beziehungsweise des Doppelpacks Walter/Schiebel – durch die Allianz aus CDU, SPD und Freien Wählern zeigt unmissverständlich, worum es dieser Mehrheit geht: Machterhalt, bequemes Weiterwurschteln und Stillstand. Die Zukunft Stutensees wird diesem Ziel offenbar bedenkenlos untergeordnet.
Kompetenz, Führungsstärke und nachgewiesene Verwaltungserfahrung, wie sie Frank Burkhard mitbringt, spielen für diese Allianz offensichtlich keine Rolle. Entscheidend ist allein, dass die bestehenden Machtverhältnisse erhalten bleiben.
Damit zeigt diese unerträgliche Allianz einmal mehr, dass für sie nicht das Wohl der Stutenseer Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt steht, sondern der eigene parteipolitische Vorteil. Wer bereit ist, Erfahrung und Kompetenz zugunsten eines politisch genehmen Kandidaten beiseitezuschieben, setzt die Interessen der Bürger hinter die eigenen Machtinteressen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Wählerinnen und Wähler dieses Spiel durchschauen.
Immerhin ist tröstlich, dass die Unterstützung für Herrn Walter innerhalb der Gemeinde- und Ortschaftsratsfraktionen von CDU, SPD und Freien Wählern anscheinend längst nicht so geschlossen ist, wie die öffentliche Inszenierung glauben machen will.