Beim Glasfaserausbau in Stutensee verlief die Entwicklung im Juli unterschiedlich. Während die Arbeiten in Friedrichstal deutlich vorankamen und dort die ersten Hausanschlüsse entstanden, kam der Ausbau in Büchig Mitte des Monats zum Stillstand. Dort wurden die Baugeräte der beauftragten Baufirma abgezogen. Wenige Tage später ordnete das Insolvenzgericht am Amtsgericht Freiburg ein vorläufiges Insolvenzverfahren an.
Aktuell: Was im Juli passiert ist

In Friedrichstal gingen die Bauarbeiten im Juli sichtbar voran. Erschlossen wurden die Straßen Am Bahnhof, Rheinstraße West, Hermann-Löns-Straße, Jahnstraße, Sudetenstraße, Am Waldfestplatz sowie Teile der Hebelstraße. In diesem Bereich wurden außerdem zwei weitere Netzverteiler aufgestellt.
In Kalenderwoche 30 erhielt der Asphalt an den Straßenquerungen wieder seine Deckschicht, sodass die Fahrbahnen vollständig wiederhergestellt sind. Zudem entstanden die ersten Hausanschlüsse.
In Büchig blieb die Entwicklung dagegen aus. Zu Beginn des Monats erschloss die Baufirma noch den Rotkäppchenweg und stellte den ersten Netzverteiler auf. Danach waren keine weiteren Bauarbeiten mehr zu beobachten. Mitte Juli zog die in Büchig tätige PBI GmbH aus Malterdingen ihre Bagger und Baugeräte ab. Am 23. Juli ordnete das Insolvenzgericht am Amtsgericht Freiburg ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens an (Quelle: Insolvenzbekanntmachungen des Amtsgerichts Freiburg, Aktenzeichen: 58 IN 576/26). Wie es mit den Bauarbeiten in Büchig weitergeht, ist derzeit offen.
Thema: Hausanschluss
Beim Hausanschluss kommen viele Eigentümer zum ersten Mal mit dem Glasfaserausbau direkt in Berührung. Bis dahin arbeiten die Baufirmen vor allem im öffentlichen Raum. Nun geht es auf das eigene Grundstück und an das Gebäude. Deshalb wird ein Glasfaser-Hausanschluss nur gebaut, wenn der Eigentümer zustimmt. Da die Arbeiten das Gebäude betreffen, sollten die Beteiligten genau hinsehen. Die Verbraucherzentralen empfehlen, die Arbeiten mit Fotos festzuhalten. Das kann helfen, wenn später Schäden auftreten, etwa durch Feuchtigkeit.
Für die Durchführung des Hausanschlusses vereinbart der Tiefbauer einen Termin mit dem Kunden. Wie das geschieht, hängt von der Situation vor Ort ab: Möglich sind ein Termin am Telefon, eine schriftliche Ankündigung oder ein Gespräch direkt an der Haustür. Ob vorher eine Hausbegehung nötig ist, entscheidet der zuständige Bauleiter. Dabei zählt vor allem, wie einfach sich der Anschluss am jeweiligen Gebäude herstellen lässt. Zuerst wird festgelegt, wo die Glasfaser ins Gebäude geführt wird. Eigentümer können dabei mitreden, zugleich spielt der Aufwand eine Rolle. Wenig sinnvoll wäre es etwa, die Einführung auf der von der Straße abgewandten Hausseite zu planen, wenn das Kabel dafür einmal um das Gebäude geführt werden müsste. Gibt es bereits eine Mehrspartenhauseinführung, kann sie unter Umständen mitgenutzt werden. Das sollte bei der Abstimmung vor Ort angesprochen werden. Sonst stellt die Baufirma in der Regel eine eigene Einführung für die Glasfaser her.
Erdarbeiten sind dann nötig, wenn das Gebäude nicht direkt an der Grundstücksgrenze steht. Dann muss die Strecke zwischen Gehweg und Hauswand überbrückt werden. Wie das geschieht, hängt von der Entfernung und von der Oberfläche ab. Bei kurzen Strecken über Rasen oder leicht zu öffnendem Boden wird häufig ein schmaler Graben ausgehoben. Ist der Weg länger oder liegt darüber ein hochwertiger Belag, etwa Pflaster oder eine Einfahrt, kann eine Erdrakete zum Einsatz kommen. Dabei öffnen die Bauarbeiter meist nur eine Start- und eine Zielgrube. Die Erdrakete arbeitet sich mit Druckluft unterirdisch durch den Boden und verdrängt das Erdreich zur Seite. Durch den entstandenen Hohlraum kann anschließend das Leerrohr für die Glasfaser geführt werden. Bei diesen Arbeiten können auch Kugelmarker mit in den Boden kommen. Sie markieren wichtige Punkte, etwa Abzweige zum Haus, Verbindungen oder Richtungswechsel. Später können Fachleute diese Stellen mit einem Ortungsgerät wiederfinden. So lässt sich genauer bestimmen, wo das Leerrohr liegt, ohne größere Flächen aufzugraben.
An der Hauswand entsteht anschließend die Hauseinführung. Dafür bohrt die Baufirma an der vereinbarten Stelle ein kleines Loch durch die Außen- oder Kellerwand. Je nach System ist diese Bohrung etwa 20 bis 30 Millimeter groß. Durch die Öffnung wird das Leerrohr ins Gebäude geführt. Danach wird die Stelle abgedichtet, meist mit einer Manschette und Zwei-Komponenten-Harz. Am Ende muss die Hauseinführung gas- und wasserdicht abschließen. So sollen kein Wasser und keine Gase durch die Bohrung ins Gebäude gelangen. Innen führt ein Wandabschlusselement die Leitung weiter und schützt sie vor Knicken.
Technikfrage: Brauche ich einen neuen Router?
Ein Glasfaseranschluss bedeutet nicht automatisch, dass ein neuer Router nötig ist. Zuerst sollte geprüft werden, ob der vorhandene Router noch Sicherheitsupdates erhält und ob seine Leistung zum neuen Anschluss passt. Reicht das WLAN noch aus? Unterstützt das Gerät die Funktionen, die im Haushalt gebraucht werden? Wer mit dem bisherigen Router zufrieden ist, kann ihn oft weiterverwenden.
Wer den Router vom bisherigen Anbieter gemietet hat und mit dem Glasfaseranschluss den Anbieter wechselt, kann dieses Gerät in der Regel nicht einfach behalten. Es muss meist zurückgegeben werden.
Hat der Router keinen direkten Glasfaseranschluss, braucht es zusätzlich ein Glasfasermodem, auch ONT (Optical Network Terminal) genannt. Dieses Gerät sitzt zwischen Glasfaseranschluss und Router. Wichtig ist, dass der Router einen passenden Anschluss hat und mit dem Modem zusammenarbeitet. Die Telekom nennt dafür mehrere kompatible Geräte.
Im Alltag macht es meist keinen großen Unterschied, ob Modem und Router getrennt sind oder ob der Router das Glasfasermodem bereits eingebaut hat. Zwei Geräte bedeuten zwar mehr Kabel und einen zusätzlichen Stromanschluss. Dafür muss an der bestehenden Hausinstallation oft weniger geändert werden: Das Glasfasermodem kann nahe am Hausanschluss sitzen, während der Router dort bleibt, wo das WLAN im Haus am besten funktioniert. Die Strecke zwischen beiden Geräten muss dann allerdings per Netzwerkleitung überbrückt werden, entweder mit einem direkt verlegten Kabel oder über vorhandene Netzwerkdosen.
Bildquellen:
- Glasfaser in Friedrichstal: Jochen Pfeiffer
- Glasfaser Büchig: Jochen Pfeiffer
- Glasfaser: Jochen Pfeiffer
- Logo Glasfaser-Update: Jochen Pfeiffer
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forum Kommentare
@meinstutensee.de: Vielen Dank für die Recherche und die Informationen! :-)
Bleibt die Frage, weshalb die Verwaltung der Stadt nicht über die Vorgänge in Büchig informiert; im Bilde ist sie hoffentlich.
Nachdem die Deutsche Glasfaser in Blankenloch abgesprungen ist Frage ich mich, wie ich an einen neuen Anbieter komme.
Bei der Telekom muss ich jetzt schon einen Vertrag abschließen, obwohl noch gar nicht ganz klar ist ob und wann überhaupt angeschlossen wird?