Weicheres Wasser ab 2028, Maßnahmen gegen zugeparkte Straßen und Aktuelles zur Sanierung der Eichendorff-Unterführung: Die Friedrichstaler Einwohnerversammlung bot reichlich Informationen und Möglichkeiten zum Austausch mit der Stadtverwaltung.
Für Oberbürgermeister Frank Burkard und für Ortsvorsteher Marcel Konrad war es die erste Veranstaltung dieser Art in ihrem neuen Amt. Die Stadtverwaltung veranstaltet jedes halbe Jahr eine solche Einwohnerversammlung und wechselt dabei durch alle Stutenseer Stadtteile. Die letzte in Friedrichstal fand im November 2024 statt.
Das Interesse, insbesondere im älteren Teil der Bevölkerung, an der Veranstaltung war groß. Die Plätze in der Sängerhalle waren nahezu alle besetzt.
Weiches Wasser ab Mitte 2028
Die Amtsleiter stellten jeweils ausführlich den Stand der Projekte vor, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Johannes Klawe, Leiter des Amts für Infrastruktur, begann mit der Neustrukturierung der Wasserversorgung. Aktuell zu vermelden war hier der Baubeginn des neuen Wasserwerks in Friedrichstal. Mitte 2028 soll schrittweise die Inbetriebnahme erfolgen. Auf Nachfrage betonte Klawe, dass Eigenheimbesitzer mit eigener Enthärtungsanlage diese dann zurückfahren müssen. Das Stutenseer Leitungswasser werde dann statt 19 bis 21 Grad Deutscher Härte nur noch 8 Grad haben.
Unterführung Eichendorff-Straße: Sanierung ab Herbst 2027
Neuigkeiten gab es auch für die Unterführung Eichendorff-Straße. Der Gemeinderat hatte sich erst kürzlich für das weitere Vorgehen bei der Sanierung entschieden. Der Baubeschluss hierfür soll Anfang 2027 gefasst werden, es erfolge die Ausschreibung bis Sommer. Im Oktober 2027 soll der Bau beginnen, so die derzeitige Planung. Etwa ein Jahr werde dann unter Vollsperrung gebaut. Im Anschluss gebe es einen breiteren Gehweg und eine asphaltierte Fahrbahn. Fahrräder sollen die Unterführung dann wieder regulär nutzen können. Aus dem Publikum wurden Zweifel an Zeitplan und Kosten sowie Bedenken bezüglich der erforderlichen Umleitungen geäußert.
Glasfaser-Ausbau pausiert in Friedrichstal
Andreas Leupolz, Leiter des Hauptamtes, stellte den Stand des Glasfaserausbaus vor. Hier steht in Friedrichstal zunächst eine Pause an, da in Staffort die Gelegenheit genutzt werde, die Glasfaser-Leitungen gemeinsam mit neuen Stromleitungen der NetzeBW zu verlegen. Anschließend sollen die Arbeiten in Friedrichstal-West fortgesetzt werden. Ein Abschnitt dort sei bereits „am Licht“, könne also aktiv genutzt werden. Zum Ausbaubeginn in Friedrichstal-Ost konnte Leupolz nichts Konkretes sagen.
Stufenkonzept gegen zugeparkte Straßen
Auf besonders großes Interesse stieß das Thema „Parksituation“, präsentiert von Ordnungsamtsleiter Thomas Schoch. Bei allen Maßnahmen solle die Bevölkerung mitgenommen werden, betonte dieser. Da das Thema nicht von einem externen Unternehmen – wie in Weingarten geschehen – bearbeitet werde, sondern von eigenen Mitarbeitern der Verwaltung, sei das nur Straße für Straße möglich, nicht überall gleichzeitig. Zunächst würden die Anwohnenden angeschrieben und gebeten, vermehrt die Stellflächen auf dem eigenen Grundstück zu nutzen. Sollte das nicht ausreichen, würden Halteverbotsbereiche als Ausweichmöglichkeit für den Gegenverkehr ausgewiesen. Nur wenn auch das die Situation nicht entschärfe, solle es feste Parkmarkierungen auf der Fahrbahn geben. Dann sei das Parken nur noch dort zulässig. Auch vor der eigenen Einfahrt dürfe man dann nicht mehr stehen.
Begonnen habe die Stadtverwaltung bei der Wallonenstraße. Dort soll ein weiterer Bereich zum Ausweichen ausgewiesen werden. In der Rheinstraße-Ost habe der Appell an die Anwohnenden nach aktueller Beobachtung gefruchtet, weshalb vorerst keine weiteren Maßnahmen erforderlich seien. Das will das Ordnungsamt jedoch im Auge behalten.
In der Hildastraße seien die Anwohnerinnen und Anwohner erst kürzlich angeschrieben worden, weshalb dort noch keine Ergebnisse zu vermelden seien.
Im Anschluss an den Präsentationsteil hatten Interessierte die Möglichkeit, sich an verschiedenen Thementischen direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung auszutauschen. Besonders genutzt wurde das beim Thema Parksituation. Dort stand auch ein Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdiensts zur Verfügung.
Themen aus dem Publikum
Aus dem Publikum gingen auch konkrete Vorschläge ein: Die Container auf dem Grüngutsammelplatz sollten mit rollbaren Stufen versehen werden, um sie besser erreichen zu können. Außerdem müsse die Zufahrt freigeschnitten werden, um nicht die Außenspiegel an den Autos zu verkratzen. In der Fußgängerunterführung Parkstraße würde im Winter das Licht abends zu spät an und morgens zu früh ausgehen, zudem seien die Lampen verschmutzt. Und ganz konkret zur Veranstaltung: Die Leinwand für die Beamer-Präsentationen sei viel zu klein, und vor der Sängerhalle fehle Beleuchtung.
Turnusgemäß findet die nächste Einwohnerversammlung im kommenden Jahr in Spöck statt.
Bildquellen:
- Einwohnerversammlung Friedrichstal: Martin Strohal
- Einwohnerversammlung Friedrichstal: Martin Strohal
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