Von meinstutensee.de-Reporter Sebastian Raviol

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Großer Auflauf entlang der Bahnstrecke in Friedrichstal: Verantwortliche  der Deutschen Bahn und des Bundesbauministeriums waren am Donnerstag angereist, um eines der größten Bauprojekte der Region symbolisch zu beginnen. Es geht  um die Untertunnelung Friedrichstals. Ein offizieller Spatenstich an der bestehenden Bahnstrecke gab nun den Startschuss. Mit dabei waren auch Lokalpolitiker, insbesondere der Ortsvorsteher des betroffenen Stutenseer Stadtteils Friedrichstal, Kurt Gorenflo.

Seit über einem Jahr liegt sie vor, die „Korridorstudie Mittelrhein“ (wir berichteten). Diese sieht den dringenden Bedarf, die Strecken für den Schienengüterverkehr zwischen den großen Umschlaghäfen in Rotterdam und Genua auszubauen. Für den Abschnitt Karlsruhe und Mannheim wurde der viergleisige Ausbau empfohlen. Wer die Bahnstrecke in diesem Bereich kennt – insbesondere in Hagsfeld, Blankenloch und Friedrichstal -, wird sich fragen, wo dort weitere zwei Gleise Platz finden sollen.

Gorenflo war gegen vier Gleise – Tunnel aber „großartige Sache“

Deshalb hatte der Friedrichstaler Ortsvorsteher Kurt Gorenflo vor einigen Wochen zusammen mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Graben-Neudorf einen Termin im Bundesverkehrsministerium, um die räumlichen Beschränkungen darzulegen (wir berichteten). Staatsekretär Enak Ferlemann konnte die Einwände nachvollziehen und schlug den Bau eines Tunnels vor. Der zuständige Projektleiter der Deutschen Bahn, Lukas Gruber: „Für das gesamte Konzept spielt der Friedrichstaler Tunnel eine wichtige Rolle.“

Im weiteren Verlauf der Bahnstrecke bei Offenburg wird derzeit an einem sieben Kilometer langen Eisenbahntunnel gebaut, da „fällt der Friedrichstaler Tunnel mit gut einem Kilometer Länge nicht so sehr ins Gewicht“, schätzt Ferlemann. Ortsvorsteher Kurt Gorenflo betont: „Ich habe mich von Anfang gegen den viergleisigen Ausbau ausgesprochen.“ Ein Eisenbahntunnel unter Friedrichstal hindurch sei eine „großartige Sache“. Bürger, die den Spatenstich beim Spaziergang verfolgten, zeigten sich überrascht ob des neuen Friedrichstaler Großprojekts.

Rückbau der Bahntrasse bis 2028 – „schade um das investierte Geld“

Nach Stand der Planung sollen alle vier Gleise unter die Erde kommen, nicht nur die zwei neuen. „Dann kann unser Ort wieder zusammenwachsen“, freut sich der Ortsvorsteher. Friedrichstal-Ost und -West würden dann nur noch von den Schienen der Stadtbahnlinie geteilt werden. „Da die Stadtbahn nur alle 20 Minuten verkehrt, spricht nichts gegen ebenerdige Bahnübergänge“, erläutert Projektleiter Gruber.

Die in den vergangenen Jahrzehnten gebauten Unterführungen wären überflüssig. „Einerseits schade um das damals investierte Geld“, ergänzt Gorenflo, andererseits gebe es ja durchaus Probleme damit, wie zum Beispiel mit dem nach oben drückenden Grundwasser bei der Unterführung in der Eichendorffstraße.
Die Fertigstellung des Tunnels inklusive Rückbau der Bahntrassenunterführungen soll laut Plan bis 2028 abgeschlossen sein. Die Kosten für das Projekt werden vom Bund getragen und von der Europäischen Union zur Förderung des Schienengüterverkehrs bezuschusst.

Bildquellen

  • Spatenstich: Dirk Gebhardt
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