ASS-Netzwerktreffen zum Wohnen in Stutensee

Organsiator der Netzwerktreffen Rolf Stahl, Erste Bürgermeisterin Sylvia Tröger, ASS-Vorsitzender Bertram Hornung

Bild: Sylvia Tröger

Von Martin Strohal | 01.02.2018 20:26 | 13 Kommentare

Das erste Netzwerktreffen der Aktiven Selbständigen Stutensee (ASS) im Jahr 2018 fand vergangene Woche im Rathaus in Blankenloch statt. Gastgeberin war Erste Bürgermeisterin Sylvia Tröger. Sie berichtete den gut 50 anwesenden Gewerbetreibenden über das Thema Siedlungsentwicklung und Wohnraumbedarf.

Schwerpunkt war dabei natürlich das Thema “geplantes Neubaugebiet Lachwald II” in Büchig. Einleitend zitierte Tröger den Grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann: “Wohnraum in Ballungsräumen ist die größte soziale Herausforderung unserer Zeit.” In den vergangenen Jahren habe die Politik Wohnungsbau dem Markt überlassen. Das sei nicht erfolgreich gewesen. Hohe Mieten seien zum neuen Armutsrisiko geworden.

Stutensee wolle in allen Stadtteilen gute Lebensbedingungen schaffen. Die Weiterentwicklung solle intelligent und klug, je nach dem Charakter der Ortsteile erfolgen.

Tröger präsentierte die Argumente der Stadtverwaltung für die Entwicklung eines neuen Wohngebiets. So solle die Bebauung barrierefrei und – zumindest auf einem Drittel der Fläche – kostengünstig sein. Dabei wurde aber auch deutlich, dass es noch keine konkreten Pläne gibt. Diese sollen im Lauf des Verfahrens entstehen, beispielsweise auch durch Bürgerbeteiligung in den Perspektivwerkstätten. Als Ausgleich für den Wald solle eine Aufforstung zwischen Bahnstrecke und Kreisstraße erfolgen. Außerdem sei ein Naherholungsgebiet nördlich des Lachwalds in der Grünzäsur geplant. Auch hier gebe es keine fertigen Pläne. Das Umweltgutachten, das von der Stadt im Rahmen des Bebauungplanprozesses in Auftrag gegeben worden ist, wird laut Tröger Mitte des Jahres erwartet.

Vorteil der Fläche im Lachwald sei unter anderem die verkehrsgünstige Lage an der Stadtbahn. Das Wohngebiet solle eine direkte Zufahrt zur Kreisstraße erhalten.

Über die Gründe, die die Stadtverwaltung für eine Bebauung der halben Lachwald-Fläche hat, haben wir im Oktober ein Gespräch mit Oberbürgermeister Klaus Demal und Erster Bürgermeisterin Sylvia Tröger geführt.

Abschließend kam Tröger noch auf die Planungen zur Bebauung des alten Hallenbadgeländes in Blankenloch zu sprechen (wir berichteten).

Im Anschluss an den Vortrag der Ersten Bürgermeisterin hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Die Netzwerktreffen sind ASS-Mitgliedern vorbehalten und finden einmal im Monat an wechselnden Orten statt.

Bildquellen

  • ASS-Netzwerktreffen: Sylvia Tröger

Kommentare

FH...

Die Argumentation von Frau Tröger ist leider nicht stringent. Wenn “bezahlbarer Wohnraum” wirklich so wichtig ist und der Lachwald einzige und damit letzte Möglichkeit Stutensees diesen zu realisieren, widerspricht es jeglicher Logik, nur 30% der Fläche in eine städtische Wohnungsbaugesellschaft einzubringen. Bei einem deutlich höheren Anteil (z.B. 80%) könnte man vielleicht noch mit “nein” stimmen, so ist es eine Mogelpackung und nicht wert, den Lachwald zu opfern.
Deshalb “JA” am 18.02. für einen Neuanfang in Stutensee!

Sehr gutes Kommentar FH
Wir als Bürger dürfen uns nicht von der Stadt und den Gemeinderäten verarschen lassen.
Somit muss jetzt ein Zeichen gesetzt werden, dass dieses Verhalten endet.

Deshalb JA beim Bürgerentscheid!!!

Ah der baustoffhändler neben der baubürgermeisterin. Die kennen sich natürlich.

Das wird auch einer der Gewinner beim Bauboom sei.,
Diese Veranstaltung vor dem Wahltermin wurde auch wieder wie die Altennachmittage, zur Stimmungsmache für die NEin Fraktion benutzt
Eine andere Frage wird sein wieviele Firmen aus Stutensee in den großen Baugebieten, welche ja an Investoren vergeben werden, Aufträge bekommen.
Eben diese Investoren arbeiten meist mit EU Subunternehmern. Oft wird durch diese Firmen auch die Konkurrenz größer.
Dadurch bleibt in Stutensee natürlich auch keine Gewerbesteuer
.Es waren ja aber auch nur ein kleiner Teil der über 600 Selbständigen bei dieser Veranstaltung ,d.h. weniger als 10 %.
Sehr intelligent und klug ist es ,die Bevölkerung so zu spalten, anstatt bestehende und genehmigte Flächen zu bebauen.

Etwas anderes kann man ich von einem kommunalen Lobbyisten Verein auch nicht erwarten ….

Fehlt noch eine Architektin dazu

Jens Richter

Mal ganz ehrlich: Ein ordentlicher, neutraler Bericht von meinstutensee.de.

Dass die ASS aus Stutenseer Geschäftsleuten besteht, geht doch klar aus dem Namen hervor.
Dass die Stadt in Vertretung von Frau Tröger zu diesem Thema der Gastgeber ist und den Anwesenden ihren Standpunkt erläutert, ist legitim. Es wurde niemand gezwungen teilzunehmen. Die anwesendenTeilnehmer können jetzt ihre Wahlentscheidung überdenken oder auch nicht, sie haben einfach zusätzliche Informationen erhalten.
Dass Herr Hornung Vorsitzender und gleichzeitig Geschäftsführer eines alten, eingesessenen Baustoffhandels ist nicht verwerflich.
War es ein Fehler, bei dem Artikel ein Bild mit genau den Hauptpersonen (Referentin, Organisator und 1. Vorstand) dieser Veranstaltung über den Artikel zu setzen? Nein.
Aber es gibt scheinbar bis zum 18.2. nichts mehr, über das nur einfach berichtet werden darf, wenn es nicht die Interessen der JA-Befürworter vertritt.

Man hätte auch eine Person der anderen Seite einladen können ,um auch diese Sichtweise in die Entscheidung einfließen zu lassen. So sieht es wieder sehr einseitig aus.

FH...

Das zu Kritisierende besteht ganz einfach darin, dass ausgerechnet jetzt im Wahlkampf zum Bürgerentscheid diese Veranstaltung zu diesem Thema (“Wohnen in Stutensee”) stattfand. Vor einem Jahr oder in einem Jahr wäre das alles OK gewesen – nur nicht jetzt. Im Übrigen können (im Ihre Wortwahl aufzunehmen) die Bürger*innen überdenken, ob sie auch weiterhin die Leistungen der ASS-Firmen in Anspruch nehmen.

Die ASS-Firmen sind vermutlich schon jetzt Verlierer beim Bürgerentscheid, da sich der ASS-Vorstand vehement zu den Abholzern bekennt, werden Kunden, die den Lachwald erhalten wollen bei den ASS-Mitgliedsfirmen keine Waren mehr kaufen und auch keine Dienstleistungen mehr beauftragen.

Der tiefe Unfrieden in Stutensee wird bestimmt negative wirtschaftliche Konsequenzen haben. Es kann keinen strahlenden Gewinner bei diesem Bürgerentscheid geben, egal, wie es ausgeht.

Als verantwortlich sehe ich ist das Management der Stadt Stutensee. Vielleicht ist es noch nicht zu spät einzulenken.

Bräuchten wir einen 3.Bürgermeister , der kurz vor seinem Ruhestand steht ?
Brauchen wir soviel Personal im Rathaus (mehr als Stadt Bruchsal ?)wie schon gehört . Viele unnötige Kosten!!!
In Stutensee- Spöck wurde kein Tamtam gemacht wegen dem Naturschutzgebiet zwecks Wildbienen u.wurde nicht als Baugebiet erschlossen.
Einwohner aus Spöck Bauen Außerhalb von ihrem Heimartort , weil es Jahre dauert bis hier ein Baugebiet erschlossen wird u. in Fri`tal u. Blankenloch entstehen ruck zuck Neubaugebiete da es hier anscheinend keine Insekten gibt.

Man sollte mal Winfried Kretschmann fragen, was er davon hält, dass sein obiges Zitat herhalten muss, um zu rechtfertigen über 7 ha Wald abzuholzen. Ob bei Abwägung aller Randbedingungen der ökologische Aspekt und die Wertigkeit eines fast 100 Waldstücks wirklich hintenanstehen, und vage Versprechungen der Abholzfraktion den Vorrang haben. Ich glaube nicht …. aber ein Brief an den Grünen Ministerpräsidenten ist es allemal wert.

Wenn die ASS jetzt meint, sich kurz vor der Lachwaldabstimmung der Betonfraktion anbiedern zu müssen, dann frage ich mich wirklich, warum ich mich seit Jahren engagiere, meinen ganzen Kram in Stutensee einzukaufen.


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