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Ausbau Bahnstrecke: Bürgerbeteiligung startet 2019

Güterzug (Symbolbild)

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 23.03.2018 7:14 | Keine Kommentare

„Das Beteiligungsforum zum Ausbau des Güterverkehrs auf der Bahn zwischen Mannheim und Karlsruhe startet voraussichtlich im Frühjahr 2019“, teilte Vorsitzender Landrat Dr. Christoph Schnaudigel dem Planungsausschuss des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein in seiner Sitzung vergangenen Mittwoch laut Presseerklärung mit. Form und Zusammensetzung des Forums seien noch offen, dem Grunde nach werde es sich jedoch um eine Beteiligung von Vertretern aus Verwaltung und Bürgerschaft handeln.

„Die Situation zwischen Mannheim und Karlsruhe kann man nicht ohne die linksrheinische Seite betrachten“, so die Meinung des Regionalverbands. Die Strecke in der Pfalz wird derzeit ausschließlich für den Personenverkehr genutzt. Im Rahmen der „kleinen Pfalzlösung“ sollten zusätzliche Kapazitäten für den Schienengüterverkehr geschaffen werden. Die Planungen hierfür werden nach Informationen der Bahn nun nicht weitergeführt. In einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister vergangene Woche hat der Regionalverband um weitere Informationen hierzu gebeten, wie er in einer Presseerklärung mitteilte.

„Die Erfahrung mit der Havarie des Tunnelbaus in Rastatt hat gezeigt, dass wir für die großen europäischen Verkehrsachsen leistungsfähige Alternativrouten brauchen, da das Infrastruktursystem in seiner jetzigen Form zu anfällig ist“, stellte Schnaudigel fest. Mit dem nun erfolgten Planungsstopp für die „Kleine Pfalzlösung“ stelle sich die Frage, auf welche Routen im Notfall der Verkehr im europäischen Korridor Rotterdam-Genua ausweichen kann. Hier wäre auch die aktuelle Diskussion zur Schieneninfrastruktur in Frankreich weiter zu verfolgen. In einer Studie, dem „Spinetta-Bericht“, seien wenig ausgelastete Schienenstrecken in Frankreich identifiziert und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Kosteneffizienz formuliert worden. „Hierzu gebe es derzeit in Frankreich eine dynamische Diskussion, die auch Chancen für eine engere Zusammenarbeit biete, zum Beispiel mit der Region Grand Est“, zeigt sich Schnaudigel optimistisch.

Im März 2015 hatte eine Studie des Bundesverkehrsministeriums den Ausbau der Bahn-Güterverkehrstrecke zwischen Rotterdam und Genua untersucht. Insbesondere auf der Strecke zwischen Mannheim und Karlsruhe, die durch die Stutenseer Stadtteile Friedrichstal und Blankenloch führt, gibt es Engstellen. Es ist nach wie vor unklar, ob der Ausbau über eine zusätzliche Trasse oder beispielsweise durch Tunnelbauwerke erfolgen soll (wir berichteten mehrfach). Der Stutenseer Gemeinderat hat sich bereits gegen einen Ausbau innerhalb der Ortslagen ausgesprochen (wir berichteten), woraufhin die Suche nach Alternativen zugesagt worden ist. Zuletzt war von der Bahn eine Bürgerbeteiligung ab Herbst 2017 angekündigt worden (wir berichteten).

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