Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

“Staffort braucht eine neue Mehrzweckhalle”, darin waren sich die Stadträte in ihrer letzten Sitzung vergangenen Montag einig.

Bereits im Mai 2016 hatte der Gemeinderat die Durchführung einer Machbarkeitsstudie beschlossen, um unterschiedliche Raumkonzepte erarbeiten zu lassen und um eine Vorstellung der ungefähren Kosten zu erlangen (wir berichteten). Die Studie wurde von einem Architekten des beauftragten Büros Drees & Sommer vorgestellt. Die vom Stafforter Ortschaftsrat bevorzugte Variante komme auf etwa 4,8 Mio Euro. Mit dem Abbruch der alten Halle und weiteren Nebenkosten komme man auf etwas 5,3 Mio Euro. Allerdings beziehen sich diese Zahlen auf Dezember 2016, sind also zwei Jahre alt. Auch wird von den Erstellern der Studie eine Genauigkeit von +/- 25 Prozent angegeben.

“Wir sollten mit möglichst realistischen Zahlen agieren”, mahnte Nicole Lacroix (CDU) an. In den zwei Jahren seit Erstellung der Machbarkeitsstudie müsse man vermutlich etwa 500.000 Euro dazurechnen.

An die Mehrzweckhalle angegliedert ist der Anbau des Deutschen Roten Kreuzes. Ob dieser Anbau alleine stehen bleiben könne oder ob es günstiger wäre, die Räumlichkeiten in die neue Halle zu integrieren, ist noch unklar. Der Stafforter Ortschaftsrat wünscht sich zudem die Öffnung einer Hallenseite. Weitere Kosten könnten durch technische Ausstattung (Beamer, Lautsprecher) dazu kommen wie auch durch den Einbau einer Voll- statt einer reinen Aufwärmküche, den Nicole Lacroix (CDU) nicht ausschließen würde. “Jetzt bauen wir eine Halle für 6,5 Millionen Euro, dann haben wir auch noch 100.000 Euro für eine richtige Küche.”

Die Mehrzweckhalle soll eine Mensa für die daneben gelegene Grundschule aufnehmen und ein Spielfeld enthalten, das jedoch teilbar sein soll, um auch Kleingruppen parallel unterbringen zu können. Der Neubau soll neben der bisherigen Halle entstehen.

“Das ist ein Riesenschritt für Staffort”, stellte Ansgar Mayr (CDU) fest. “Wir sollten das Vorhaben möglichst rasch umsetzen, da jedes Jahr Verzögerung die Kosten weiter nach oben treibt.”

Stafforts Ortsvorsteher Ludwig-W. Heidt (Freie Wähler) hielt fest, dass der Zustand der aktuellen Halle aus energetischen und feuertechnischen Gründen nicht tragbar sei. Zudem hoffe er auf Bewilligung der beantragten Förderung durch den Bund (wir berichteten), der laut Oberbürgermeisterin Petra Becker noch offen sei. Möglicherweise seien auch weitere Mittel aus der Landesförderung zur Entwicklung des ländlichen Raums zu bekommen. “Wir wollen auch ökologische Maßnahmen wie eine Photovoltaik-Anlage einschließen”, betonte Heidt.

Auch Wolfgang Sickinger (SPD) sah den Handlungsbedarf bei diesem Thema. Allerdings werde es seiner Meinung nach schwer, sollten die Zuschüsse ausbleiben. Bei Zusagen müsse jedoch schnell reagiert werden können.

“Wir wünschen Staffort eine gescheite Halle”, so Lars Zinow (Grüne). “Aber können wir sie uns leisten?” Er stellte die Notwendigkeit des von der Stadt vorgesehenen Planungswettbewerbs in Frage, der letztlich auch Geld koste. Dem entgegnete Baubürgermeisterin Sylvia Tröger, dass solche Wettbewerbe Voraussetzung für den Erhalt von Zuschüssen seien. Außerdem wolle man die beste Lösung für Staffort.

Im kommenden Jahr soll ein Planungswettbewerb durchgeführt werden. Eine Umsetzung des Neubaus könnte 2020/21 beginnen, sofern die beantragten Zuschüsse genehmigt werden. Ein Baubeschluss sei das deshalb nicht, betonte OB Becker.

Der Gemeinderat stimmte diesem Vorgehen einstimmig zu.

Bildquellen

  • Mehrzweckhalle Staffort: Martin Strohal
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