Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Die Stadtverwaltung hat eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet – auch unter Beteiligung von interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Bürger-Café (wir berichteten), die Ende Mai vom Gemeinderat beschlossen wurde.

“Wir brauchen einen Mehrwert davon”, stellte Oberbürgermeisterin Petra Becker mit Blick auf die Digitalisierung fest. Zudem betonte sie: “Der Mensch steht für uns weiter im Mittelpunkt.”

Die Digitalisierungsstrategie hat unter anderem zum Ziel, die Gemeinschaft zu stärken, Bürger zu beteiligen und den Bürgerservice zu verbessern. Dabei wurden vier Handlungsfelder herausgearbeitet, in denen die Stadt tätig werden will:

Gemeinschaft und Bildung: Hierbei geht es um die Verbindung verschiedener Bevölkerungsgruppen über Digitalisierung, die Verbesserung digitaler Kompetenzen und die Unterstützung der Schulen in diesem Bereich.

Bürgerservices: Online-Dienste sollen weiter ausgebaut werden. Die Stadt will zudem einen sicheren elektronischen Kommunikationsweg etablieren und Stimmungsbilder über eine “Bürger-App” einholen können (wir berichteten). Der Öffentlichkeit sollen möglichst vielen Daten gemäß des Open-Data-Prinzips zur Verfügung gestellt werden.

Handel und Wirtschaft: Durch Schaffung und Weiterentwicklung geeigneter Infrastrukturen soll das Gewerbe unterstützt werden. Auch eine Plattform zum Austausch ist angedacht. Das WLAN-Netz in der Stadt soll weiter ausgebaut werden.

Digitale Verwaltung: Verwaltungsabläufe und -dienstleistungen sollen neu gestaltet und durch Digitalisierung medienbruchfrei und effizienter werden. Die Kompetenzen der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen gestärkt werden.

Die Digitalisierungsstrategie ist für den Zeitraum bis 2025 ausgelegt. Eine Steuerungs- und Projektgruppe soll einen Zeitplan für einzelne Projekte jeweils für zwei Jahre festlegen. Dabei sollen auch die finanziellen Auswirkungen sichtbar gemacht werden.

Ansgar Mayr (CDU) begrüßte die Definition der Ziele, legte aber Wert darauf, beim WLAN-Ausbau auf die Qualität zu achten. Bei mehr als zwanzig Personen in der Festhalle sei das Netz nicht mehr nutzbar. Er regte an, über ein neues Rastverwaltungssystem Tagesordnungen und Protokolle auch für Bürger per App verfügbar zu machen.

“Stutensee ist immer gut im Tempo gewesen”, stellte Ludwig-W. Heidt (Freie Wähler) fest. Der direkte Bürgerkontakt dürfe jedoch nicht vernachlässigt werden. “Die Bürgerbüros in den Stadtteilen müssen erhalten bleiben.” Eine moderne Verwaltung zeichne beides aus.

“Wir müssen die Digitalisierung vorantreiben”, forderte Wolfgang Sickinger (SPD). “Die Menschen erwarten das.” Digitalisierung dürfe aber nicht zum Selbstzweck werden. In den Schulen sei ein Netzwerksystembetreuer erforderlich. Es könne nicht sein, dass nach Absturz eines Servers zwei Tage lang das Netz nicht genutzt werden könne.

“Der persönliche Kontakt ist auch weiter wichtig”, schloss sich Lars Zinow (Grüne) an. Es müsse aber auch an der digitalen Kompetenz gearbeitet werden. “Nicht alles im Internet ist wahr oder real.”

Die Digitalisierungsstrategie ist als PDF auf der Website der Stadtverwaltung verfügbar.

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