Austausch zur biologischen Vielfalt

Symbolbild

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 24.02.2022 15:51 | 2 Kommentare

In seiner jüngsten Sitzung hat der Stutenseer Gemeinderat beschlossen dem Bündnis “Kommunen für biologische Vielfalt” beizutreten. Die Reaktionen im Gremium reichten von der Bezeichnung des Beschlusses als “Sternstunde des Gemeinderats” bis zur Frage, in wie vielen Organisationen die Stadt noch Mitglied sei. Die Abstimmung verlief im Anschluss einstimmig.

Das Bündnis “Kommunen für biologische Vielfalt” entstand vor zehn Jahren durch den Zusammenschluss von 60 Kommunen. Inzwischen sind es über 320. Ziele der Organisation sind es, den Informationsaustausch untereinander zu fördern, Unterstützung bei Öffentlichkeitsarbeit zu ermöglichen sowie Fortbildungsangebote für Verwaltungsangestellte zu schaffen. Mit dem Beitritt verplichtet sich eine Kommune freiwillig die biologische Vielfalt bei der Stadtentwicklung zu berücksichtigen und zu erhalten. Der Mitgliedsbeitrag kostet 165 Euro pro Jahr.

Die Anregung sei von Bernd Scholer ausgegangen, dem Leiter der Stabstelle Umwelt in der Stadtverwaltung, berichtete Baubürgermeisterin Tamara Schönhaar dem Gremium. Sie unterstütze das Vorhaben.

Der Beschluss sei eine “Sternstunde des Gemeinderats”, lobte Karl Mittag (Grüne). Zusammen mit der im letzten Jahr beschlossenen Grünflächenstrategie und den Blühstreifen sei Stutensee auf einem richtigen und guten Weg zur Bewahrung und Schutz des Lebens und Lebensraums.

Sven Schiebel (Freie Wähler) fragte, ob die Stadtverwaltung eine Übersicht über die Mitgliedschaften in Organisationen erstellen könne, da jeweils auch finanzielle und personelle Ressourcen aufzubringen seien. Auch sei zu prüfen, welche Mitgliedschaften noch gebraucht würden.

Die CDU/FDP-Fraktion verspreche sich Synergieeffekte und Anregungen aus der Mitgliedschaft, so Nicole LaCroix. Ähnlich äußerte sich Wolfgang Sickinger (SPD), der bei dem Beitrag keinen großen Kostenpunkt sah.

Ludwig Streib (Grüne) ergänzte, dass die Grünen bereits zum Gründungszeitpunkt des Bündnisses vor zehn Jahren einen Antrag auf Beitritt gestellt habe. Damals sei der Gemeinderat mehrheitlich dagegen gewesen. Er freue sich, dass sich das nun geändert habe.

Das Bündnis organisiert auch das Labelingverfahren “StadtGrün naturnah”, an dem Stutensee bereits teilnimmt.

forum Kommentare

-kwg-

Ich bleibe dabei. Das ist eine kommunale Beruhigungspille, dreimal täglich einen Grünstreifen entlanglaufen, und alles ist gut. Wenn ich mir überlege was da so an grüner Landvernichtungsplanungen auf die Gemeinde in nächster Zeit zukommt, dann ist ein Grünstreifenblühprojekt noch die letzte Hoffnung, wenigstens noch ein paar grüne Hälmchen irgendwo anzutreffen. Private Grünfläche wird durch Quartierbau und Innenverdichtung zerstört, wenn auch nicht gleich sichtbar von der Strasse aus, weitere Grünfläche soll durch Gedankenspiele von Bahntrasse und einer Riesenlandwirtschafsvernichtung durch den Regionalverband vernichtet werden. Auch wenn man erkennen muss, dass wenigstens eine kommunale Willensbekundung, Anderen zu folgen oder mit Anderen mithalten zu wollen nicht verwerflich ist. Kompensation an der Natur sieht anders aus. wie abgetrocknete, knirschende Blühstreifen, die wenigstens von niederenergetischen Hunden gemieden werden, weil sie stacheln und stechen.

-kgb-

So sieht also eine Sternstunde des Stutenseer Gemeinderats aus.
Oh je…


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