Der Weg zur Klimaneutralität

Symbolbild

Bild: distelAPPArath/pixabay.com

Von Martin Strohal | 06.04.2022 22:46 | 1 Kommentar

In der letzten Gemeinderatssitzung informierte die neue Stutenseer Klimaneutralitätsbeauftragte Christina Heß das Gremium über den aktuellen Stand in diesem Themengebiet. Stutensee hatte im November 2019 beschlossen, dem European Energy Award beizutreten. Nun werden die ersten Schritte gegangen und konkrete Projekte geplant.

Ein Ziel ist die klimaneutrale Verwaltung bis 2040 – wobei insbesondere die Grünen darauf drängen, dieses Ziel schneller zu erreichen. Bei der Podiumsdiskussion zum Thema Stadtwald forderte auch |der NABU-Vorstand Stutensee dazu auf, das Jahr 2030 anzupeilen, auch um die Wälder zu schützen.

Davon ist Stutensee jedoch noch weit entfernt. Im vergangenen Jahr wurde eine Ist-Analyse in verschiedenen Themenfeldern durchgeführt. In diesem und dem nächsten Jahr sollen erste Maßnahmen umgesetzt werden, um im Herbst 2023 eine erste Zertifizierung des European Energy Awards zu erhalten.

Gleichzeitig verpflichtet das Land die Kommunen dazu, eine kommunale Wärmeplanung ebenfalls bis Ende 2023 zu erstellen. Ziel ist hier die klimaneutrale Wärmeversorgung. Hierfür hat die Bestandsanalyse begonnen, im Herbst ist mit Zwischenergebnissen zu rechnen.

Ein großes Projekt in diesem Bereich ist das geplante “Energiequartier Blankenloch”, das vergangenen Dezember beschlossen wurde. In vier Stufen soll eine Nahwärmeversorgung wichtiger Objekte in Blankenloch aufgebaut werden. In Stufe 1 werden Schulzentrum und Concordia-Quartier miteinander verbunden. In Stufe 2 wird die Leitung zur Pestalozzi-Schule und dem Rathaus weitergeführt, bevor in Stufe 3 das Wohngebiet am Steinweg angebunden werden soll. Als vierten Schritt ist geplant, Seegrabenweg und Kläranlage mit ans Netz zu nehmen, insbesondere um die Abwärme der Kläranlage nutzen zu können.

Nahwärmenetz Blankenloch

Ein weiteres Projekt neben der Installation von Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Dächern ist die Energieversorgung der Stafforter Mehrzweckhalle. Bei deren Neubau war unter dem Titel “Sonnen.Speicher.Staffort” ein Erd-Eis-Energiespeicher mit Photovoltaik und Solarthermie geplant gewesen. Da das Projekt jedoch nicht prämiert wurde, sei eine Umsetzung nicht leistbar. Ein beauftragtes Unternehmen untersuche als Alternativen ein Erd-Eisenergie-Speichersystem und eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit oberflächennaher Geothermie. Im Blick liegen hier insbesondere Umsetzbarkeit sowie auch die Kosten mit möglichen Förderungen. Eine Entscheidung soll nach der Sommerpause getroffen werden.

Bei den Mitgliedern des Gemeinderats kam die Präsentation sehr gut an. Die Klimaneutralitätsbeauftragte habe sich in kürzester Zeit sehr gut mit den Themen befasst, so Nicole LaCroix (CDU/FDP-Fraktion). “Da kommt eine Dynamik rein.”

“Wir freuen uns, dass das Thema angegangen wird”, so Klaus Mayer (Freie Wähler). Die Thematik bewege seine Fraktion sehr.

“Ein sehr schönes Konzept und eine gute Vorgehensweise”, lobte auch Volker Stelzer (Grüne). Er wies darauf hin, dass das Land sich inzwischen das Jahr 2030 als Ziel für Klimaneutralität gesetzt habe.

“Es ist nicht alles auf einmal machbar”, betonte Wolfgang Sickinger (SPD). Es seien Prioritäten zu setzen. Nicht zuletzt sei auch die derzeitige Materialknappheit zu berücksichtigen, so dass Firmen gar nicht so schnell reagieren könnten. Zudem sei das Thema ein wichtiger Bestandteil des Stadtentwicklungsplans.

“Wir sind auf einem guten Weg”, so Tobias Walter (Junge Liste). Es sei wichtig, eine Strategie zu haben.

Der Gemeinderat billigte Konzept und Vorhaben einstimmig.

forum Kommentare

Andreas Haßmann

Ein sehr guter Vortrag von Frau Hess ,
allerdings noch mit dem Tempoplan eines Neulings, Sie wird sich hier noch an die Geschwindigkeit von Stutensee anpassen oder wird soweit heruntergebremst.
Ich erinnere an die Aussage eigene Projekte 3 Jahre Planung ,Invetoren 6 Monate.
Bei der Einbindung der Privatinvestoren muß man aufpassen nicht übervorteilt zu werden.
Bei der Photovoltaik wird auch sehr stark gebremst ,und dies mit fadenscheinigen Ausreden ,Herr Stelzer drängt hier schon seit 2018, bisher noch nicht eine Anlage verwirklicht.
Ich habe mir mal den Spass gemacht auf der Seite LUBW / Solar Ministerium BW unser Rathaus zu suchen.
Innerhalb einer halben Stunde beim erstmaligen Besuch hatte ich eine komplette Berechnung mit Anzahl der Elemente, Wirtschaftlichkeitsberechnung mit und ohne Speicher, Anschluß für E- Fzeuge usw.
Eingabe war 139000 kw, möglichst wirtschaftlich, kein Speicher.
Ergebnis:
51 Module a 370 WP
Preis ca 20500 Euro plus Steuer
Leistung 18,491 Kwh
bei 31 cent KW NACH 4 Jahren bezahlt im 5 Jahr 2362 Euro Gewinn
Die Daten dieser Seite stammen aus 2021 , auch Gebäude welche 2021 Sommer fertig wurden sind schon vorhanden.
Seite ist wirklich zu empfehlen.
Ich glaube hier gibt es nichts lange zu überlegen , die einzige Aufgabe für die Stadt ist die Dachlast mit den Rathausplänen abzugleichen. Und sofortige offene Ausschreibungen zu starten.
Beschluß ist da , Geld ist da , Landesregierung und Bundesregierung alle dafür.
Das sollte auch innerhalb von 3 Monaten in Stutensee stehen.
Das Rathaus ist einer der Tagesstrom Hauptverbraucher.
Durch das ständige bremsen der Stadt, vermute ich schon langsam einen Interessenkonflikt, bezüglich Enbw.


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