Der im Jahr 2019 gegründete Seniorenbeirat hat sich vergangene Woche aufgelöst. Da sich nicht genügend Interessierte für die bevorstehende Neuwahl des Gremiums fanden, beschloss die Stadtverwaltung die Einstellung des Formats. Die Einbindung der Senior:innen soll nun auf anderem Weg stattfinden.
Bei der Infoveranstaltung zur Neuwahl des Seniorenbeirats habe es so gut wie kein Interesse gegeben, so ein bisheriges Mitglied des Gremiums. Nur drei bis vier Kandidierende fanden sich für die Neubesetzung, sechs wären erforderlich. Nach der Gründung waren sogar 16 Personen in dem Beirat aktiv. Daraufhin folgerten die bisherigen Mitglieder, dass eine Neuwahl keinen Sinn ergebe, was zur anschließenden Auflösung des Gremiums führte.
Der Seniorenbeirat der Stadt Stutensee sei “im Gegensatz zu den Räten anderer Gemeinden wie beispielsweise Weingarten nie so richtig in das Bewusstsein der Senioren in den einzelnen Ortsteilen gekommen”, bedauerte Johannes Rüggeberg, ein bisheriges Mitglied des Gremiums. So sei beispielsweise die Einrichtung eines Fahrdienstes für Senioren an mangelndem Interesse der Zielgruppe gescheitert. “Durch die im Statut festgelegte Beschränkung auf die Beratungstätigkeit für das Rathaus konnten außer Sprechstunden und Anwesenheit bei Veranstaltungen für Senioren keine eigenen Aktionen und Veranstaltungen realisiert werden”, so Rüggeberg.
Das Amt für Bildung, Kultur und Soziales der Stadt Stutensee wolle eine seniorenorientierte Arbeit weiterverfolgen, so Amtsleiterin Eva-Maria Böker. “Dass das Gremium sich aufgelöst hat, mag bedauerlich sein”, so Böker. Im Moment sei an dem mangelnden Zuspruch für ein Engagement in einem beratenden Gremium nichts zu ändern. Man sei aber offen für neue Formate. Sie könne sich ein ähnliches wie bei der Jugendbeteiligung vorstellen, so Böker. Seniorinnen und Senioren sollen sich weiterhin aktiv an der Weiterentwicklung der Stadt beteiligen können. “Wir möchten niemanden vergessen”, so Böker.
Der Antrag auf Einrichtung eines Seniorenbeirats kam 2018 von der CDU/FDP-Fraktion im Stutenseer Gemeinderat. Im Dezember fiel der Beschluss in dem Gremium.
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