“Wahlforum” mit OB-Kandidaten

BNN-Wahlforum zur OB-Wahl

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 20.06.2026 8:42 | 3 Kommentare

Am Mittwochabend trafen die drei OB-Kandidaten Burkard, Schiebel und Walter zum ersten Mal vor größerem Publikum aufeinander. Die Badischen Neuesten Nachrichten hatten zum “Wahlforum” in die Festhalle geladen.

Am Montagabend hatte der Gemeindewahlausschuss beschlossen, welche Bewerber offiziell zur Wahl zugelassen werden. Am Mittwoch trafen sich Frank Burkard, Sven Schiebel und Tobias Walter dann gleich auf der Bühne der Festhalle und stellten sich den Fragen von Stefan Proetel, Leiter der BNN-Stadtredaktion Karlsruhe, und Christel Manzey, BNN-Redakteurin in der Hardt-Redaktion. Im Saal saßen etwa 240 Besucher:innen, wie die BNN mitteilte. 400 wären zugelassen gewesen.

Die angesprochenen Themen deckten ein weites Spektrum ab. Sie reichten vom Haushalt und Infrastruktur über das Wohnen bis zu der Vision, wie Stutensee am Ende der Wahlperiode, also 2034, aussehen könnte. Einbezogen wurden auch im Vorfeld eingesammelte Fragen von Zeitungsleserinnen und -lesern sowie einer Realschulklasse. Schwerpunkt hierbei war der Verkehr – sowohl die Zuverlässigkeit der Busse als auch Tempolimits und Parksituationen in den Stadtteilen.

Aufgelockert wurden die Fragen durch zwei Zwischenrunden: Bei “Echt oder Fake” mussten die Kandidaten Aussagen als wahr oder falsch einstufen, bei “Entweder – oder” mussten sie sich spontan für eine von zwei Antwortmöglichkeiten entscheiden, ähnlich der Schnellfragerunde von meinstutensee.de.

Am Ende der etwa zweistündigen Veranstaltung war das Publikum zu einer “Testwahl” aufgerufen, um ein Stimmungsbild zu erhalten. Dieses ist nicht repräsentativ. Zwar hat jede:r Besucher:in am Eingang nur einen Stimmzettel erhalten. Aber es wurde weder geprüft, wer in Stutensee überhaupt wahlberechtigt ist noch wie groß das jeweils anwesende Unterstützerteam der einzelnen Kandidaten ist. Bei einer vergleichbaren Aktion vor einem Jahr im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl in Bruchsal wich das tatsächliche Wahlergebnis deutlich von der Testwahl der BNN ab.

In der Auswertung gab es in Stutensee laut BNN ein enges Rennen an der Spitze. Frank Burkard und Tobias Walter lagen mit nur drei Stimmen Unterschied nahezu gleichauf bei jeweils über 40 Prozent. Sven Schiebel kreuzten hingegen nur knapp sieben Prozent an.

Bis zum Wahlsonntag, dem 12. Juli 2026, finden noch vier Kandidatenvorstellungen der Stadtverwaltung statt. Los geht es kommenden Dienstag, den 23. Juni, um 18:30 Uhr in der Blankenlocher Festhalle.

Die Interviews von meinstutensee.de mit den Kandidaten sind hier zu finden:

Bildquellen:

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forum Kommentare

MfG☆☆

Ein Fachmann wäre nach 8 Jahren experimenteller Führungsarbeit im Rathaus nötig, ob er den Zug wieder auf Gleise stellen kann, das bleibt abzuwarten. Der Schaden ist groß, hoffen wir das Beste.

Old Shatterhand

Eine (fast) gute Veranstaltung.
Die Fragen waren gut gewählt und das Moderatoren Paar hat sich gut die Bälle zugespielt. Unterschiedliche Themenbereiche wurden abgedeckt. Informativ und interessant!
Die „Testwahl“ allerdings, war völlig fehl am Platz. Allen (dezenten) Beteuerungen der BNN zum Trotz, dass dies ja nur erste Orientierung geben kann, wird die Veröffentlichung der Ergebnisse Meinung machen und nicht Meinung repräsentieren. Das ist einfach schlechter Journalismus wenn bewusst eine nicht repräsentative Abstimmung gemacht wird (wo auch nicht wahlberechtigte mit abstimmen durften).

Es bleibt zu hoffen, dass die Wählerinnen und Wähler bei den offiziellen Vorstellungsrunden der Stadt sich ein eigenes Bild von den Kandidaten machen und ihre Entscheidung unbeeinflusst von einer „Testwahl“ treffen.

Otto L.

Der Veranstalter sollte sich Gedanken machen, warum gerade einmal 240 Leute an seiner Wahlinformation teilnehmen wollten!

Aus meiner Sicht liegt das Scheitern der Veranstaltung an der Anmeldepflicht. Diese war zu Zeiten der Pandemie durchaus sinnvoll. Heute ist sie es nicht mehr und wird ohne jede Not fortgesetzt. Es ist absolut unpassend, daß ich mich zu so einer Wahlveranstaltung vorab mit meinen Daten beim privaten Veranstalter anmelden soll. Vor Corona waren die Veranstalter doch auch noch in der Lage, ihre Besucher zu zählen und bei Bedarf ein paar Stühle dazuzustellen. Heute soll ich die BNN oder auch die Herren Hornung und Dürr für eine demokratische Informationsbasis mit meinen Daten bezahlen. Das gehört sich so nicht in einer Demokratie. Der wachsame und datensparsame Bürger bleibt solchen Veranstaltungen fern und einfach zuhause.

Und daß die BNN auf Basis von kläglichen 220 Abstimmenden eine Wahlbefragung durchführt, auswertet und veröffentlicht finde ich persönlich einfach nur peinlich.