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Defizit bei Spöcker Hallenbad

Bild: Marius Biebsch

Von Martin Strohal | 10.01.2018 8:05 | 3 Kommentare

Wie bereits berichtet, plant die Stadtverwaltung, das von der Schließung bedrohte Hallenbad in Spöck um ein weiteres Jahr weiter zu betreiben.

“Dabei gelten die früheren Entscheidungen, wonach größere Reparaturentscheidungen den Gremien vorbehalten sind”, erklärte Bürgermeister Edgar Geißler gegenüber meinstutensee.de. Für ein Jahr weiteren Betrieb rechnet die Stadtverwaltung laut Geißler mit einem Defizit von 160.000 bis 180.000 Euro. Das sei der bisherige Ansatz für ein Jahr Betrieb des Hallenbads.

Das neue Hallenbad in Blankenloch, das sich derzeit im Bau befindet, soll planmäßig im Sommer diesen Jahres eröffnen. Ursprünglich hatte die Stadt vorgesehen gehabt, das Spöcker Hallenbad zu diesem Zeitpunkt zu schließen. Das hatte Proteste in der Spöcker Bevölkerung ausgelöst (wir berichteten).

Bildquellen

  • Hallenbad Spöck: Marius Biebsch

Kommentare

16o.000€ bis 180.000€ Verlust im Jahr beim Hallenbad Spöck.
Mehrere 100.000€ Verlust im Jahr beim Hallenbad Blankenloch.
Schwimmt Stutensee im Geld?

Wohl kaum! Seit Jahren gibt es die Stadtbahnverbindung von Spöck nach Blankenloch. Bewohner anderer Stadtteile nutzen diese Bahn, um ins blankenlocher Hallenbad zu kommen! Auch ein Schulbus, der die Schüler der 3. und 4. Klasse zum Schwimmunterricht fahren würde,wäre billiger.
Bequemlichkeit ist schön, man muss sie sich nur leisten können!

Übrigens wird das neue Hallenbad auch erhebliche Verluste einfahren. Die “Spaßschwimmer” werden auch weiterhin die umliegenden Freizeitbäder nutzen.

Ja, Stutensee schwimmt, nur leider nicht im Geld!
Da darf doch die Frage erlaubt sein, ob die Verluste der Hallenbäder Spöck und Blankenloch, die zweistellige Millionen-Investition in das neue Blankenlocher Bad und die unweigerlich eintretenden weiteren wenn auch geringeren Verluste des neuen Bades noch verantwortbar sind. Die derzeitige Haushaltslage zeigt, dass das nicht der Fall ist. Ein Bad kann auch nicht zu den Kernaufgaben wie Schulwesen, Kindergärten, Infrastruktur etc. gezählt werden, die für ein kommunales Gemeinwesen unabdingbar, also alternativlos sind. Solche Summen in sozialverträglichen Wohnungsbau zu investieren, ist wohl unvorstellbar, es sei denn, die Mittel kommen aus dem Lachwald.
Wohlgemerkt, auch ich sehe, dass solche Öffentlichen Bäder zu einer hohen Lebensqualität beitragen und ich dieses Vergnügen allen gönne, auch mir. In meinem privaten Leben und während meiner Tätigkeit in Industriebetrieben habe ich aber erfahren müssen: Was man sich nicht leisten kann, kann man auch nicht haben. Das muss auch – abgesehen von den Kernaufgaben – für eine Kommune und ihre Vertreter gelten. Das ab 2020 geltende Haushaltsrecht wird die fehlende Einsicht durch Zwang ersetzen.
In diesem Sinne habe ich mit Herrn Demal am 11.12.2017 nach der Veranstaltung „Zukunft Stutensee Wohnen“ in der Festhalle in Blankenloch ein privates, informelles Gespräch geführt, in das sich gegen Ende Herr Sickinger ungefragt einmischte. Es ging um die Frage, in wieweit Projekte dieser Art dennoch verlustfrei gestaltet werden können, so dass dauerhafte Subventionen zu Lasten des Vermögenshaushaltes vermieden werden. Denkbar wäre z. B., die Bürger zu befragen, ob sie bereit sind, die jährlichen Betriebsverluste aus solchen Projekten über eine Anhebung der Grundsteuer zu bezahlen. Leistungen, die von uns Bürgern gewünscht und durch die Stadt vorgehalten werden, sollten wir auch bezahlen. Eine soziale Komponente über die Eintrittspreise wäre ebenfalls eingeschlossen. Weist die Stadt überflüssige Haushaltsmittel aus, kann sie diese selbstverständlich für solche Zwecke einsetzen. Letzteres habe ich in der vergangenen Gemeinderatssitzung zum Haushalt 2018 nicht feststellen können.
Was das Bad in Stutensee betrifft, so ist die schriftliche Äußerung von Herrn Sickinger an Frau Michels vom 5. Januar 2018, 20:23, zum Artikel „Bürgerinitiative beklagen ungleiche Kommunikationsbedingungen“ bei meinstutensee.de (https://www.meinstutensee.de/2017/12/buergerinitiativen-beklagen-ungleiche-kommunikationsbedingungen/) selbstredend. Dort schreibt Herr Sickinger nämlich „Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass Herr D. Vogt mündlich in der Festhalle gegenüber Herrn Demal und mir äußerte, dass man in Blankenloch nicht unbedingt ein Bad brauche!!“ Herr Sickinger vergaß dabei zu erwähnen, dass er mir dabei vorwarf, dass ich es als Vertreter der BI „Rettet-den-Lachwald“ in Kauf nehme, wenn Kinder ertrinken, weil sie keine Möglichkeit hatten, in Blankenloch schwimmen zu lernen.
Diese Äußerungen, die schon demagogische Züge tragen, habe ich damals nicht kommentiert und werde das hier auch nicht tun! Inwieweit das öffentliche Zitieren von Teilen eines informellen Gespräches die Qualität der politischen Umgangsformen des Herrn Sickinger wiedergeben, erspare ich mir ebenfalls zu kommentieren.
Detlef Vogt

FH...

Hier hätte der Gemeinderat selbst einen Bürgerentscheid initiieren sollen mit der Frage: Wir haben 12 Mio. Euro Rücklage. Davon können wir ENTWEDER ein neues Schwimmbad bauen (da die beiden alten aus technischen, usw. Gründen mittelfristig nicht mehr betreibbar sind) ODER bezahlbares Wohnen z.B. mittels einer stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft finanzieren. Beides zugleich geht aus Geldmangel leider nicht.
Bürger was wollt ihr lieber? – Das wäre ehrlich und nachhaltig zugleich.


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