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Keine Wasserknappheit in Stutensee

Symbolbild

Bild: geralt/pixabay.com

Von Martin Strohal | 12.08.2020 12:44 | 1 Kommentar

Nach einigen sehr heißen Tagen und einem insgesamt wieder sehr trockenen Jahr ist in manchen Kommunen in Deutschland das Trinkwasser knapp geworden. Wasser darf dort nicht mehr zur Gartenbewässerung oder zum Füllen von Pools verwendet werden.

Anders ist die Lage in Stutensee. “Aufgrund der günstigen geografischen Lage Stutensees entlang der Kinzig-Murg-Rinne weist der Grundwasserstock auch aktuell einen guten Umfang auf, die Trinkwasserversorgung für Stutensee bleibt also gesichert”, so Lukas Lang, Pressesprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage von meinstutensee.de. “Zweckverband und Stadtverwaltung sind zuversichtlich, dass dies auch in Zusammenhang mit der aktuellen Trockenphase so bleibt und keine Notmaßnahmen erforderlich werden.”

Dennoch werde in den nächsten Tagen vorsichtshalber darauf hingewiesen, mit Wasser grundsätzlich sparsam umzugehen.

Das Trinkwasser für das Versorgungsgebiet des Zweckverbands Wasserversorgung Mittelhardt, welches neben Stutensee auch den Bruchsaler Stadtteil Büchenau einschließt, wird aus vier Tiefbrunnen im Hardtwald entlang der Stutenseer Allee für das Wasserwerk Blankenloch sowie aus sieben Tiefbrunnen entlang der Bahnlinie am Hardtwald für das Wasserwerk Friedrichstal gefördert. Beide Wasserwerke wurden zudem bereits vor einigen Jahren auch miteinander verbunden, um etwaige Versorgungsengpässe für das gesamte Versorgungsgebiet nahezu ausschließen zu können.

In anderen Kommunen gibt es Aufrufe, bei großer Hitze die Straßenbäume zu gießen, um sie vor Dürreschäden zu bewahren, wenn der jeweilige Bauhof mit dem Gießen nicht hinterher kommt. In Stutensee gibt es bislang keinen entsprechenden Aufruf. Die Stadt hat jedoch nichts dagegen, wenn die Bevölkerung tätig wird. “Grundsätzlich begrüßen wir natürlich das Engagement der Bürgerinnen und Bürger”, so Lang.

Wichtig sei dabei jedoch, dass das Gießwasser nicht an anderer Stelle, beispielsweise aus Flüssen und Bächen entnommen wird, wo dieses dringend benötigt werde. “Die Gewässer haben aufgrund der lang anhaltenden Hitze- und Trockenperiode derzeit niedrige Wasserstände.”

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  • Sonnenschirm: geralt/pixabay.com

Kommentare

-kwg-

Laut Auskunft der Bundesanstalt für Gewässerkunde, herrscht in Deutschland derzeit und auch sonst kein Mangel an Trinkwasser, wie es auch von Verantwortlichen aus Stutensee gesehen wird. Insgesamt kann die Bundesrepublik Deutschland jährlich auf insgesamt rund 188 Milliarden Kubikmeter, Trinkwasser zurückgreifen. Das wäre ungefähr viermal das gesamte Volumen des Bodensees. Tatsächlich werden davon jedoch lediglich 17,6 Prozent wirklich genutzt, was einer Wassermenge von rund 33,1 Milliarden Kubikmeter entspricht. Also verbrauchen wir Deutschen jährlich etwas mehr als die Hälfte des Bodenseewassers für unsere gesamten wassertechnischen Belange. Und auch gut zu wissen, dass die Fische im Bodensee nicht soviel Wasser trinken und sich zurückhalten. Sonst würde es eng werden im Ländle.
Die deutsche Bevölkerung verbraucht von dieser Wassermenge allerdings wiederum nur ca. 10 %. Der Rest wird der Nutzung durch Kraftwerke, Industrie, Landwirtschaft usw. zugeschrieben. Der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Deutschen hat sich in den letzten 30 Jahren um 25 Liter pro Tag verringert. Die Tatsache, dass wir für WC-Spülungen, die 6 fache Wassermenge benötigen, wie für kochen und trinken, muss man dann auch erst einmal sacken lassen. Dass allerdings in Dubai ein einzelner Mensch 500 Liter Wasser am Tag verbraucht, mag auch daran liegen, dass deutsche Touristen dort mehrmals am Tag duschen. Aber solange der Wasserverbrauch einer Kiwi-Plantage in Neuseeland, dem Land zugerechnet wird, in dem die Kiwifrucht dann letztendlich verzehrt wird, solange mache ich mir über diese in der ganzen Welt weit verstreuten Wasserbilanzen eh keine großen Gedanken. So wie der Strom aus der Steckdose kommt, kommt das Wasser eben aus dem Hahn. Und da auch wir als Badener etwas Gutes in puncto Wasserversorgung für unsere Schwabenfreunde tun, entstand im Rahmen der verbindenden Freundschaft, nun endlich die sechste Strophe des Badener Lieds, geschuldet der Badisch-Sipplinger Bodensee-Wasserversorgung.

Am Bodensee- stehts Pumpenwerk, da pumpt man Wasser raus-
wir Badner pinkeln fröhlich rein, die Schwaben trinkens aus.
In diesem Sinne ein herzliches Prosit, Glück auf und bleibt gesund, wie hoffentlich auch alle die großen Stutenseer Bäume mit einer täglichen Gießkanne an Spendenwasser. Basta.


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