Bahn informiert Öffentlichkeit über Trassensuche

Freifläche zwischen Friedrichstal und Spöck - in der Auswahl für einen möglichen Trassenverlauf

Beitragsbild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 09.01.2022 21:11 | 6 Kommentare

Am Montag, den 17. Januar, wird die Bahn in einer Online-Veranstaltung die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Trassenfindung zwischen Mannheim und Karlsruhe informieren. Von 18 bis 20 Uhr kann sich jeder ohne vorherige Anmeldung einwählen.

Im Rahmen der Veranstaltung soll das Vorgehen der Bahn erläutert und der aktuelle Stand dargestellt werden. Am Ende sind Fragen der Teilnehmer:innen möglich. Informationen und der Link zur Teilnahme sind auf der Website der Bahn zu finden.

Die Stadtverwaltung Stutensee plant ebenfalls eine öffentliche Veranstaltung in digitaler Form zu diesem Thema. Dies allerdings erst am 1. Februar, einen Tag nach dem nächsten Dialogforum der Bahn, um die neuesten Entwicklungen berücksichtigen zu können.

Linienkorridore im Bereich Stutensee

Es geht um ein großes europäisches Bahnprojekt. Die Bahntrasse für den Güterverkehr zwischen den Seehäfen Rotterdam und Genua soll ausgebaut werden, um die Kapazität zu erhöhen. Während die Schweizer den Bau des Gotthard-Basistunnels bereits abgeschlossen haben, klemmt es in Deutschland noch. Zwischen Mannheim und Karlsruhe sucht die Bahn derzeit im Auftrag des Bundes nach einem geeigneten Trassenverlauf. Zwei weitere Gleise direkt neben die bestehende Strecke zu legen, ist aktuell nicht mehr im Blick. Angesichts der Wohnbebauung in Friedrichstal und Blankenloch bis dicht an die Gleise, wäre das auch nicht so einfach möglich. In den aktuellen Betrachtungen ist jedoch auch ein möglicher Verlauf enthalten, der von der bestehenden Strecke nördlich von Friedrichstal abgeht, an Spöck vorbei – wahlweise näher an Friedrichstal oder näher an Spöck – und zwischen Staffort und dem Stafforter Baggersee hindurch zur A5 führt. An der Autobahn entlang soll es dann in Richtung Karlsruhe gehen. Die Trasse würde damit Stutenseer Gemarkung schneiden, sehr zum Missfallen der Stadtverwaltung und der kommunalen Politik, Bürgerinitiativen als auch der Naturschützer. Im weiteren Verlauf des Planungsverfahrens, das nach Aussage der Bahn möglichst transparent ablaufen soll, werden die möglichen Varianten immer detaillierter untersucht werden, wobei nach und nach Varianten ausscheiden, bis am Ende eine übrig bleibt. Diese Entscheidung könnte im nächsten Jahr fallen. Die Akteure in Stutensee wollen bis dahin auf alle Nachteile hinweisen, die ein Verlauf über Stutenseer Gemarkung mit sich bringen würde, damit diese Argumente bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

forum Kommentare

Andreas Haßmann

Der Gegenwind seitens unserer Verwaltung gegen die geplante Trasse weht nur ganzschwach ,auch die Aussage von Frau Becker auf meine Frage in der Gemeinderatssitzung November ,die Strecke steht noch nicht fest kann sich noch im Bereich von 1000m verschieben, sagt eigentlich schon alles. Ich denke ca 95 %der Stutenseeer Bürger wissen von diesem geplanten Verlauf wenig oder nichts. Ich regte ein größeres Engagement der Gemeinderäte vor Ort mit Aktionen, ,großen Transparenten an den Stellen an denen die Trasse verlaufen soll, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu wecken an.
Leider bis auf eine geschlossene Veranstaltung der Verwaltung Fehlanzeige.
Entweder ist alles schon in trockenen Tüchern, also sinnlos oder man hat den Ernst der Lage noch nicht erkannt.
Die betroffenen Bürger von Spöck und Staffort werden die Hauptbetroffenen sein.
Der Bahnhof Staffort kann schon geplant werden, Platz für Bau- und Gewerbegebiete, vielleicht mit Bahnanschluß für Weltfirmen werden möglich.
Auch der Zusammenbau von Friedrichstal ,Spöck und Staffort entlang der zukünftigen Bahnlinie ist dann möglich, vielleicht von Verwaltung und einigen Fraktionen auch gewollt.
Die Belastung ,Zerstörung der Natur und die dann immense Lärmbelästigung durch mehrere hundert Güterzüge pro Tag, haben dann die Bürger der nördlichen Stadtteile zu tragen.
Hier kann sich unsere neue Baubürgermeisterin mit TATEN sofort bewähren,.

MariusBiebsch

Lieber Herr Haßmann,

schade, dass Sie die Tagesordnung für die kommende Gemeinderatssitzung noch nicht abgerufen haben. Dort finden Sie den interfraktionellen Antrag bezüglich der Bahntrasse. Das die Politik „nichts unternimmt“ stimmt so also nicht. Bei Rückfragen können Sie sich gerne bei mir melden – die Kontaktdaten sind ja bekannt.
VG
M. Biebsch

-kwg-

Warum das Flächenmanagement der Stadt im Dezernat I angesiedelt ist und nicht im Dezernat II (beim BAU) muss ja auch eine Begründung haben.

FH...

… zum Antrag der Fraktionen: (Ein Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung liegt aktuell im Ratsinformationssystem noch nicht vor.)
Bei dem Vorhaben des Neu- bzw. Ausbaus einer (vornehmlichen) Gütertrasse für die Relation Mannheim-Karlsruhe ist differenziert vorzugehen. Die zusätzlichen Gleise müssen ja irgendwo liegen. Der vorliegende interfraktionelle Antrag ist aus diesem Blickwinkel zu begrüßen. In Punkt 1. wird die Notwendigkeit neuer Gleise anerkannt. In Punkt 2. wird nur eine spezielle Linienführung (Quertrasse) mit dedizierten Argumenten abgelehnt. Eine Linienführung entlang der A5 (aktuell Linienkorridor) oder Entlang der Bestandsstrecke durch Friedrichstal und Blankenloch (aktuell kein Korridor mehr) dagegen nicht. Punkt 3. ist insofern logisch. Wichtig ist dabei der Verweis auf Tunnellösungen.
Da der Gemeinderat bei der Maßnahme nicht zustimmungspflichtig ist und Drohgebärden nicht zielführend sind, hätte man die beiden letzten Sätze besser so formuliert: „Statt eine überirdische Trasse quer durch die Stutenseer Gemarkung zu verfolgen, bitten wir stattdessen, verstärkt Tunnellösungen in den Abwägungsprozess einzubeziehen.“…

Andreas Haßmann

Hallo Herr Biebsch,
zum Zeitpunkt meines Kommentars am Sonntag war noch nichts abrufbar, auch Montag morgen noch nicht.
Aber ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung ,dass viel zuwenig passiert wie ich bei meiner Wortmeldung im November schon darlegte.Durch schreiben oder auffordern der Bevölkerung im Mitteilungsblatt welches ja nicht jeder erhält passiert rein garnichts. Große Plakate an Stellen welche die geplante Trasse Stutensee durchschneidet hat weit größere Wirkung auf die Bevölkerung beim Sonntagsspaziergang . Die heutige Online Veranstaltung der Bahn war leider bei mir, nicht ohne ca 10 malige Unterbrechung, durchgehend zu verfolgen. Neue Erkenntnisse mit Ausschluß von teueren Tunnellösungen in unserer Gegend war herauszuhören.
Leider finden ja wiederum keine öffentlichen Ortschaftsratssitzungen statt. Auch Ausschusssitzungen öffentlich gibt es anscheinend nicht mehr. Die Ansteckungsgefahr im Baumarkt ist weit höher als bei Stadtsitzungen. Auch so kann man die Bevölkerung auf Distanz halten.

maction

Die wenigen, bisher sichtbaren Aktivitäten der Parteien, des Gemeinderats und der Verwaltung von Stutensee in Sachen ABS/NBS halte ich für ein stumpfes Placebo.
Herr Biebsch, der interfraktionelle Antrag wirkt wie ein hastig zusammen geschriebener Schüleraufsatz. Immerhin schafft es der erste Teilsatz “Der Gemeinderat der Stadt Stutensee unterstützt das Anliegen, den Güterverkehr weitmöglichst zu vermeiden …” meine Verwunderung hervorzurufen. Aber abgesehen davon, wird das Sankt-Florian-Prinzip hier nicht weiterhelfen, denn auch andere Städte und Gemeinden haben wertvolle Natur und wollen die neue Bahnstrecke nicht vor ihrer Haustür. Auch die abschließende Aussage der Begründung “Eine überirdische Trasse quer durch die Stutenseer Gemarkung wird wegen massiven Widerstands der Bevölkerung Stutensees und des Stutenseer Gemeinderats nicht durchsetzbar sein.” wirkt wie eine hilflose Drohung in Richtung DB. Den “massiven Widerstand” habe ich scheinbar verpasst oder ist Fasching schon in vollem Gang?


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