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Vorstellung der OB-Kandidaten

OB-Kandidaten

Bild: Martin Strohal/Sven Schiebel/Montage

Von Martin Strohal | 22.06.2018 21:43 | 21 Kommentare

Stutensee wählt ein neues Stadtoberhaupt. Um die fünf Kandidaten um diesen Posten kennenzulernen, führt die Stadtverwaltung vier öffentliche Bewerbervorstellungen durch. Diese finden an folgenden Tagen statt:

  • Dienstag, 26. Juni 2018, 19 Uhr, Blankenloch, Festhalle Stutensee
  • Donnerstag, 28. Juni 2018, 19 Uhr, Spöck, Spechaahalle
  • Montag, 2. Juli 2018, 19 Uhr, Staffort, Mehrzweckhalle
  • Mittwoch, 4. Juli 2018, 19 Uhr, Friedrichstal, Sängerhalle

Die Veranstaltungen laufen folgendermaßen ab:

Zunächst hat jeder Kandidat die Möglichkeit, sich in 10 Minuten vorzustellen. Die übrigen Kandidaten befinden sich derweil in einem Nebenraum und können nicht mithören. Es folgt eine Fragerunde für Bürger aus Stutensee. Hier hat jeder Kandidat eine Gesamtantwortzeit von 20 Minuten. Abschließend hat jeder Bewerber die Möglichkeit für ein zweiminütiges Schlusswort.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass bei diesen Veranstaltungen keine Bild-, Ton- oder Videoaufnahmen gestattet sind. Auch ist Wahlwerbung in der jeweiligen Halle oder ihrem direkten Umfeld nicht gestattet.

meinstutensee.de hat alle Kandidatinnen und Kandidaten vorab persönlich getroffen und befragt:

Bildquellen

  • OB-Kandidaten: Martin Strohal/Sven Schiebel/Montage

Kommentare

-kwg-

Greift man sich mal bei den in der Diskussion stehenden Themen eines heraus, so ist das mit dem weiteren Stutenseer Flächenverbrauch für Wohnbebauung, aber auch weitere Gewerbeflächen, sicherlich ein Hauptthema. Hier können sich die Bewerber verständlicherweise noch nicht so richtig ausdrücken. Ihre derzeitigen Ansichten dazu sind der mehrheitlichen Erwartungshaltung angepasst, weil die falsche Ansage größte Gefahren für die Wahl mit sich bringt. Tolle Textbausteine in den Interviews von MEINSTUTENSEE als Bewerberantwort: Mit Bedacht – Netto-Null-Wachstum – im Moment keinen Bedarf. Das Thema ist irgendwie am Ende – schwierige Sache mit Zwiespalt- muss einfach verträglich sein—-. Ins Baudeutsch übersetzt heißt das, ab sofort Stillstand in Stutensee. Eine nachbarlich pflegeleichte Innenverdichtung ist nicht zu erwarten, scheint aber momentan die Bauprobleme expandierender Städte und Kommunen von Flensburg bis Garmisch lösen zu können, auch wenn dabei grüne Lungen der Innenbereiche ohne Rücksicht aufgegeben werden. „Wir schaffen das“ – Frau Merkel möge mir verzeihen, dass ich Ihre Einschätzung mißbrauche. „Wir schaffen das“ wird auch hier nicht geschafft. Ich möchte hier einmal eine Fundstelle einbringen, die aus den Angaben des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg stammt, und deshalb doch vertrauenswürdig sein sollte.
Für die Stadt Stutensee : Landwirtschaftlich genutzte Ackerland – Fläche im Jahr 1999 1054 ha und im Jahr 2016 948 ha. Grünland genutzte Fläche im Jahr 1999 118 ha und im Jahr 2016 233 ha. Das würde doch bedeuten, dass trotz größerer Flächenverbräuche von ca. 158 ha Landwirtschaftsfläche in 17 Jahren auf Stutenseer Gemarkung lediglich 5 ha Landwirtschaftsfläche dem Bauboom zum Opfer fielen. (Statistisches Landesamt BW- Landwirtschaftlich genutzte Flächen – Bodennutzung- der Stadt Stutensee) Könnte mir mal einer der landwirtschaftlichen Fachleute diese Sachlage genauer erklären. Sind da anderweitige Kompensationsflächen entstanden??? Ich verstehe jetzt gar nichts mehr.

Eindimensionalität trifft OB-Wahl
kwg hat ein Thema, dem er sich widmet und das er nun den Kandidierenden vorschreiben will: Flächennutzung.
Ich lege Widerspruch ein, nicht gegen das kwg-Steckenpferd, sondern gegen die damit verbundene Reduktion der Stutensee-Probleme. Wer ein aufmerksamer Beobachter ist, entdeckt dass von Spöck bis Büchig vieles nicht im Lot ist: Die mündige Bürgergesellschaft steckt noch in den Kinderschuhen, die Verkehrsinfrastruktur innerorts ist lausig (Radwege). es gibt kein schlüssiges und überprüfbares Konzept – weder für die Jugendarbeit noch für gesellschaftliche Teilhabe der Erwachsenen. Dass die BewerberInnen sich bedeckt halten, an keiner Stelle konkret werden, aus Angst oder Unkenntnis, passt ins Bild. Da bei allen Leitungs- und Verwaltungskompetenz nicht nachgewiesen sind, bzw nicht für eine OB-Tätigkeit als wesentlich vorausgesetzt werden, wird die künftige Rathausarbeit zum Glücksspiel und gibt nicht gewählten “Kräften” die Möglichkeit der Einflussnahme.

-kwg-

Hallo Herr Krüger
Sie hatten ja schon in einem früheren Beitrag vom 12. Mai mit der Vorstellung der ersten Bewerberin Frau Meier-Augenschein einen ähnlich lautenden Situationsbericht abgegeben, in dem Sie die fehlenden Visionen zum eigentlich „Wahren, Guten und Schönen“ Stutensees anprangern. Das wiederholen Sie nun, weil sich im ersten Beitrag niemand angesprochen fühlte, Ihnen zu folgen. Sie vertreten die Meinung, dass in Stutensee, wobei Sie Blankenloch direkt benennen, welches kulturell-künstlerisch-ethisch unterentwickelt sei, so ziemlich alles fehlt. Das sollte besser oder anders werden. Na denn. Dann haben sie ja einiges zu tun, wenn Sie das ändern wollen. In den einzelnen Interviews der Bewerber wurde von MEINSTUTENSEE der Anfang gemacht, die Kandidaten aus der Reserve zu locken. Ich denke hier können Sie in der Beantwortung der Fragen doch schwerwiegende Richtungsweisen, was Ihre Themen betrifft, ableiten. Geben Sie doch dort Ihre Kommentierungen zu den Kandidaten direkt auf deren Seite ab, dann wird Ihnen auch der eine oder andere vielleicht einen Diskussionszweikampf anbieten. Ich mit meinem Steckenpferd der Flächennutzung, habe genug Mitspieler und Mitstreiter gefunden, die mich beschäftigen und in Anspruch nehmen. Der Kandidat Herr Schiebel. als absoluter Blankenlocher Aborigine, teilt ja einige Ihrer Ansichten, und dürfte somit Ihren Anliegen am Besten entsprechen. Vielleicht finden Sie dort Freunde einer Fürsprache oder Gegenrede. Viel Erfolg. Ich habe mit dem was Bankenloch schon immer geboten hat kein Problem, und muss mich nach Ihren Eindrücken wundern, dass so viele Menschen ihre zukünftige Heimat in dieser trostlosen verstädternden, demnächst vom Glücksspiel heimgesuchten Einöde suchen.

Man kann Herrn Krüger eigentlich schon zustimmen, wenn er sagt, dass sich alle Bewerber/innen bedeckt halten. Es ist ja so. Mit Ausnahme von Frau Schneller, die sich mehr Kneipen wünscht. Okay, die Frage ist was man mit so einer konkreten Aussage anfangen soll. Letztlich kann ich alle Beweber/innen verstehen. Es ist ja auch nicht einfach nach dem Bürgerentscheid. Da bin ich schon froh, dass sich nicht nur Spaßkandidaten beworben haben. Und ich bin froh, dass nicht alle Bewerber/innen so spät an die Öffentlichkeit gegangen sind (warum eigentlich?), damit ich Zeit hatte mit mit ihnen zu befassen. Ich denke, wichtig ist, dass der/die künftige OB es mit der Bürgerbeteiligung ernst meint, dann werden schon die richtigen Entscheidungen für Stutensee getroffen in der Zukunft.

Wir brauchen in Stutensee keine Bedenkenträger, sondern Visionäre, die den Bürgerinnen und Bürgern kreative Vorschläge machen, mit ihnen diskutieren, mit ihnen die Vorschläge weiterentwickeln und entscheidungsreif machen. Bedenkenträger hatten wir an der Verwaltungsspitze, in der Verwaltung sowieso. Das soll kein Vorwurf sein. Die Verwaltungsfachleute lernen an ihren Hochschulen viel über Recht und Gesetz und setzen das um. Demal, Ehrlein und auch Tröger haben die Bedenken der Beamten stets geteilt („das war schon immer so“, „das geht nicht anders“, „haben wir schon immer so gemacht“, „das ist überall so“). Aber ab und zu muss man auch mal mit dem Bauch entscheiden. Das wünsche ich mir von einem OB.

Ist nun die Frage, lieber später oder die Wähler mit Werbung schon lange vorher überfluten oder gar Zuhause belästigen, oder seine Werbung ganz grün in der Umwelt verteilen? Wichtig ist doch ob ich einer Bankfrau vertraue (jeder weiß wie es um unsere Banken steht), oder von Paragraphen bestimmt werden möchte, oder die Transparenz doch nicht so durchsichtig finde wenn ich hinter die Parteifensterchen schaue, oder mir mehr Bauchgefühl und Bürgernähe wünsche oder mit dem OB später vielleicht mal eine Kneipentur machen möchte. Sich festlegen oder irgend welche Zustimmungen machen kann im Vorfeld sowiso niemand, weil keiner der Kandidaten die genauen Finanzen kennt.

Darius

Vielen Dank an meinstutensee.de für die super Vorstellung und Interviews der einzelnen Kandidaten. So hat man vor der OB-Vorstellung gestern bereits eine gewisses Vorwissen über Hintergründe und Ideen der Kandidaten. Einfach super!

Witzig fand ich nur, dass es die Blankenlocher Vorstellung war, eigentlich auch jeder Stadtteil seine eigene Veranstaltung hat aber gestern der Saal überfüllt war weil viele Spöcker, Stafforter und Friedrichstaler da waren und diese dann auch sehr viele Fragen gestellt haben. Das wäre vielleicht bei den lokalen Veranstaltungen interessanter gewesen.

Als Stafforter hat mich die Blankenlocher Veranstaltung deshalb interessiert, weil ich durch ein größeres Publikum mehr Fragen erwartet habe und durch die Antworten darauf ein umfassenderes Bild von den Kandidaten gewinnen wollte. Und auch weil ich die erste öffentliche Vorstellung sehen wollte, bei der die Bewerber nicht schon die ersten Fallstricke erkannt und für das “spätere” Publikum geschickte Umgehungsformulierungen entwickelt haben. Dass allerdings so viel los sein würde, habe ich nicht erwartet. Ich bin dann als “Gast” auch brav drei Stunden lang gestanden und habe keinem Blankenlocher den Sitzplatz streitig gemacht. ;-)

Die lokale Veranstaltung möchte ich natürlich auch besuchen. Schon alleine um zu sehen, wer sich die Mühe macht, seinen Vortrag abzuwandeln und wer nur stur zum x-ten Mal den wohl vorformulierten und auswendig gepaukten Text runterbetet.

Auch die Spöcker Veranstaltung war sehr gut besucht und auch dort wurden Fragen gestellt die nicht nur diesen einen Stadteil betrafen. Zum Glück ist allen freigestellt welche Veranstaltung sie besuchen oder vielleicht sogar alle, weil einzelne Kandidaten tatsächlich für jeden Stadtteil eine passend ausgearbeitete Vorstellung haben.

Liebe Möchtegerndemokraten!
Mein Name ist Michael Schwehm aus Staffort ( anonym ist feige / und der angegebene Kommentarname ist bei mir Programm)
Zum Ersten meine Frage an “mein Stutensee. de” : Wieso konnte ich am 29.06.2018 (ca. 23:00) keinen Kommentar mehr zu ihrem Artikel “Großes Interesse an der Kandidatenvorstellung in Blankenloch” abgeben? wurde es etwa zu undemokratisch? Dann kann ich es akzeptieren….

Und jetzt zu den angeblich demokratischen Kommentarschreibern :

Leider musste ich erneut, wie im Vorfeld zu dem Bürgerentscheid für oder gegen den Lachwald , feststellen das hier erneut persönliche Befindlichkeiten höher angesiedelt werden als das Gemeinwohl. Ich habe heute Abend auf meinem Heimweg über Friedrichsthal nach Staffort feststellen müssen das legitime Wahlwerbung, wie schon einmal im Raum Stutensee geschehen, abgerissen, umgeklappt oder auf andere Art verunglimpft wurde…. Liebe Leute…Wo bin ich? Da ich mich noch nicht wirklich entschieden habe empfinde ich mich in meiner Entscheidungsfindung auf undemokratische Weise behindert. Wir hatten das schon mal….1933! Werdet wach! Geht einfach wählen und dann werden wir weitersehen. Lasst andere Meinungen gelten und akzeptiert unter Umständen Niederlagen…. der- oder diejenige mit den meisten Stimmen soll es versuchen… aber hört auf mit Wahlkampfmitteln die mich an vergangene Zeiten erinnern…. Übrigens: Anarchie heißt in erster Linie die Grenzen seines Nächsten zu waren……

Wenn ich ihren Kommentar lese hab ich berechtigte Zweifel ob sie sich, und sei es nur oberflächlich jemals mit Anarchismus beschäftigt haben.
Anarchismus lehnt jede Form von Herrschaft und Hierarchie ab.
Da braucht man keine Bürgermeister, folglich auch keine Wahlen und somit wäre auch das Zerstören von Wahlwerbung aus anarchistischer Sicht nicht verwerflich.

// Bearbeitet. Bitte keine persönlichen Angriffe. Danke. Die Red.

Die Frau Bettina Meier-Augenstein will tatsächlich auf Teufel komm raus einen gut bezahlten Vollzeitjob in der Politik. Über die Hintertür schaffte sie es als Ersatzkandidatin in den Landtag. Als sie bei der nächsten Landtagswahl dann als amtierendes MdL selbst zur Wahl stand, wurde sie von den Bürgern aber direkt abgewählt. Dann wollte sie sich mit einem der Karlsruher Bürgermeisterposten versorgen, aber ihre CDU-Kollegen wollten davon nichts wissen. Wenn es bei den Karlsruhern eben partout nicht klappen will, versucht sie es jetzt eben in Stutensee. Na danke. Armes Stutensee. Ihre einzige Vision ist sie auf einem gut bezahlten Politik-Posten, mit Herz oder mit Stutensee hat sie nichts am Hut. Alles gekünstelt und hohle Phrasen.

Da haben Sie jetzt aber wirklich ein stichhaltiges Argument nach dem anderen gebracht, großen Respekt!

Aber auch solches Kandidatin-Bashing wird nicht verhindern können, dass die Dame am Wahlsonntag die Favoritin ist. Dafür hat sie zu guten, überzeugenden Wahlkampf gemacht, und auch bei den Vorstellungsrunden überzeugt und dabei keine Fehler, falsche Versprechungen oder Dinge behauptet die nicht stimmen, im Gegensatz zu den anderen Mitbewerbern.

Ingrid-Marie Pippilotta

@Kritischer Beobachter: Ja, diese Vita finde ich auch beunruhigend. Mit diesem Hintergrund braucht in Stuttgart (oder gar Berlin? Brüssel?) nur jemand mit den Fingern schnipsen und wir dürften alsbald wieder wählen gehen. Mich persönlich stört, dass sie sich so nachdrücklich für parteiunabhängig erklärt. Mag sein, dass Frau Meier-Augenstein bei dieser Wahl nicht aktiv von der CDU unterstützt wird, ihre Jahrzehnte währende Nähe verhindert m.E. echte Unabhängigkeit. So wirkt das auf mich unglaubwürdig und davon habe ich seit den diversen Lachwaldmärchen wahrlich die Schnauze voll.

@Stafforter: Was ist an dieser Aufzählung “Bashing”? Stimmt davon etwas nicht? Was nutzt ein perfekter Wahlkampf, wenn die Kandidatin ihre eigene politische Agenda über das zu erreichende Amt stellt? Was natürlich nicht verwerflich, aber durchaus zu berücksichtigen ist.
Ob Frau Meier-Augenstein tatsächlich – Zitat: “einen guten, überzeugenden Wahlkampf gemacht, und auch bei den Vorstellungsrunden überzeugt und dabei keine Fehler, falsche Versprechungen oder Dinge behauptet die nicht stimmen” Zitat Ende – das liegt in den Augen und Ohren der einzelnen Betrachter.

-kwg-

Auch Deutschland wird vorerst weiter Kurs halten- wenn man das überhaupt Kurs nennen kann. So wie die beiden Parteigeschwister Horst und Angela derzeit ein Land führen können ohne kurzfristig Schaden zu nehmen, so wird Frau Meier-Augenstein für acht Jahre die Geschicke Stutensees steuern und lenken, und eines ist sicher- Sie wird dabei die Beiden in ihrem Amt als OB überleben. Denn die zwei werden im Laufe der Zeit, ob bald demnächst oder doch etwas später, ihren politischen Einfluss verspielt haben. Und Frau Meier-Augenstein wird dann trotz vorhergesagter Karrierelust, nicht als Bundeskanzlerin antreten, sondern versuchen Stutensee weiter nach vorne bringen. Ich habe absolut nichts gegen die restlichen OB-Bewerber, aber ich glaube doch, dass die bei der Kandidatin vorhandene, aber doch nicht gewollte Nähe zur CDU, letztendlich die entscheidende Rolle bei der Wahl spielen wird. Deswegen ist sie auch für mich, wie schon seit Längerem, die Kandidatin mit den meisten Stimmen am kommenden Sonntag.

@Ingrid-Marie Pippilotta:

bzgl. Parteiunabhängigkeit: Ich muss gestehen, dass mich das mit der Parteiunabhängigkeit und der CDU-Mitgliedschaft auch skeptisch gemacht hat. Aber ich finde, dass Frau Meier-Augenstein das in der Veranstaltung aller Kandidaten ganz gut begründet hat. Sie hat auf andere Bürgermeister in der Region hingewiesen. Daher habe ich mich mal schlau gemacht: Es gibt in der Tat auch andere Bürgermeister in der Umgebung, die irgendein Parteibuch haben, die aber trotzdem einen überparteilichen Job machen. Ich habe Freunde in Karlsdorf-Neuthard, die unterschiedliche Parteianhänger sind. Dort ist der Bürgermeister Weigt von der CDU. Meine Freunde dort sagen, dass man bei Herrn Weigt gar nicht merkt, dass er bei der CDU ist, er ist bei allen anerkannt. In Neudorf habe ich Verwandschaft. Alles CDU-Anhänger (ich glaube der Ort ist überwiegend schwarz). Trotzdem haben sie dort einen SPD-Bürgermeister gewählt (noch gar nicht lange her). Selbst meine schwarze Verwandschaft sagt, dass ihr Bürgermeister einen neutralen und guten Job macht. Als Bürgermeister oder OB geht das nicht anders. Man muss sich unparteisch verhalten.

bzgl. “mit den Fingern schnipsen und weg”: Ähnliche Behauptungen gab es auch bei anderen Wahlen. Als Klaus Demal 1991 erstmals kandidiert hat, kam ebenfalls der Vorwurf, dass er Stutensee nur als Sprungbrett benutzt, um irgendwann in KA, MA oder Hockenheim Oberbürgermeister zu werden. Nun ja, die Geschichte ist bekannt – er war 39 als er nach Stutensee gekommen ist und er ist dann 27 Jahre hier geblieben ;-)

@Stafforter:
Meine Befürchtung: Mit Frau Bettina Meier-Augenstein würde Stutensee eine Person wählen, die zwar viel in den Wahlkampf investiert hat und halbwegs gut wahlkämpfen kann, die aber für Ausübung des Amtes nicht die optimale Wahl ist. Meine stilistische Färbung muss Ihnen nicht gefallen, aber: Keine der in meiner Aufzählung vorkommenden Tatsachen ist unwahr, das lässt sich alles öffentlich nachlesen.

@Ingrid-Marie Pippilotta:
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass in Stuttgart oder sonstwo jemand nach ihr schnipsen wird, da kann ich sie beruhigen. Dafür kämpfen in der CDU, deren Wahlergebnisse seit Jahren sinken, gerade viel zu viele Leute um die verbliebenen politischen Posten der CDU.

@Kritischer Beobachter: Oha, da haben Sie ja einen echten “Skandal” aufgedeckt. Das nenne ich mal investigatives Engagement! Allerdings: das mit dem Landtag bzw. dem Bürgermeister in KA steht auf der Homepage bzw. in einem Flyer von Frau Meier-Augenstein. Sie geht offen und transparent damit um. Und der Rest Ihrer Feststellungen entspricht Ihrer persönlichen Meinung und ist ziemlich unsachlich – das ist nicht mein Niveau!

Ich bin ja schon froh, dass nicht mehr über Plakatstandorte diskutiert wird. Aber leider wird noch immer zu selten über Inhalte diskutiert. Wenn man die Berichterstattung in den BNN oder auch hier liest, dann scheint es kaum Unterschiede zu geben. Auch wenn man in die öffentlichen Kandidatenvorstellungen geht, dann sind die Antworten inhaltlich unterm Strich identisch – wenn man mal von Frau Schneller oder Herrn Schiebel absieht. Sagen wir es mal so: Die beiden heben sich ab und zu durch Unwissenheit und “Kreativität” ab. Aber im direkten Vergleich zu 2015 muss ich sagen, dass Susi Enderle damals zumindest unterhaltsamer war.

Herr Pötzsche hat mich ja anfangs positiv überrascht. Inzwischen ist meine “Anfangseuphorie” aber ziemlich abgeflacht, was aber weniger mit seiner Kandidatenvorstellung zu tun hat, als viel mehr mit persönlichen Kontakten. Er ist nicht der Typ, der von sich aus auf Menschen zu geht. Das ist jedenfalls mein Eindruck bzw. meine Beobachtung. Aber das braucht ein OB!

Die Entscheidung wird daher zwischen Frau Meier-Augenstein und Frau Becker fallen. Damit bin ich mir nach wie vor sicher. Fachlich können sie es beide. Davon bin ich überzeugt. Allerdings sehe ich Frau Meier-Augenstein vorne. Sie hat den zeitlichen Vorsprung und dadurch wesentlich mehr direkte Bürgerkontakte / Bürgergespräche führen können. Bei den Menschen und Vereinen scheint sie anzukommen. Man merkt dadurch auch, dass sie in den Themen tiefer drin steckt und sich sehr gut vorbereitet (keine schlechte Eigenschaft), was auch dazu führt, dass sie bei den Fragen inhaltlich meist besser antworten kann. Außerdem kommt sie sprachlich frisch und eloquent daher.

Frau Becker wirkt auch vorbereitet, hat aber ab und an inhaltliche Defizite bei den Antworten. Ihr Nachteil: das Alter (sorry!), zu spät in den Wahlkampf eingestiegen, sie spricht Beamtendeutsch, sehr monoton und wirkt zuweilen wie ein Oberlehrer. Auch wäre sie gut beraten Hausbesuche zu machen, um mit den Bürgern in Kontakt zu kommen. Radtouren alleine bringen nicht viel, da hier meist nur die eigenen SPD- und Freie-Wähler-Leute dabei sind und bei denen sollte keine Überzeugungsarbeit mehr notwendig sein.

Bevor ich jetzt gleich in eine Ecke geschoben werde: Ich habe nichts gegen Frau Becker – ich bin politisch interessiert, aber Wechselwähler!!! Aber ich analysiere die Wirkung der Bewerber auf die Menschen und meine Gespräche im Bekanntenkreis und nach den Veranstaltungen bestärken diese Einschätzung.

Das Alter ist für mich kein Nachteil, ganz im Gegenteil. Keine Verpflichtungen den Kindern mehr gegenüber. Das Amt fordert eine große Bereitschaft Freizeit zu opfern.
Zeitlich begrenzte Amtszeit find ich gut.

Sie schreiben “keine Verpflichtungen den Kindern mehr gegenüber”. Scheiden für Sie somit alle Eltern minderjähriger Kinder von vorne herein aus? Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher – aber betrifft das dann nicht alle Kandidaten abgesehen von Frau Becker? Oder gilt Ihr Vorwurf nur gegenüber Frauen? Was für ein antiquiertes Weltbild :-( In der heutigen Zeit gibt es durchaus junge Mütter, die wieder in den Beruf einsteigen und die Männer im Gegenzug die Kinderbetreuung übernehmen. Wer Kinder hat und für so ein Amt kandidiert, der hat sich im Vorfeld mit Sicherheit etwas dabei gedacht! Oder Sie haben den Mut und stellen diese Frage heute Abend öffentlich.

Sie wirkt auf mich eher wie die nette Oma von nebenan (ich hoffe ich werde dafür nicht gesperrt, ist nur mein persönlicher Eindruck!).
Das passt ja dann auch zu der Aussage von gestern, dass sie auch für eine 2. Amtszeit bereitsteht, da wäre sie ja bei Antritt 65 und am Ende 73. Und damit wollen sie die zukunft gestalten? (Zitat)
Natürlich bin ich für Gleichberechtigung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Genauso finde ich es gut , so lange seinen Beruf ausüben zu können, wie man möchte.