Extremwetter, Bürgerbeteiligung und neuer Wohnraum – Die Einwohnerversammlung in Blankenloch

Beitragsbild: Jannick Holste

Von Jannick Holste | 06.10.2022 20:57 | 3 Kommentare

Wie schützt sich Stutensee gegen Extremwetterereignisse und wo können zukünftige Kinder betreut werden?
Bei der öffentlichen Einwohnerversammlung in Blankenloch erläuterte die Stadtverwaltung am 28. September aktuelle und zukünftige Probleme sowie Pläne von Stutensee. Rund 80 Bürger:innen waren der Einladung in die Festhalle gefolgt.

Der Stadtentwicklungsplan 2035 (STEP 2035), die aktuelle Lage der Kinderbetreuungsangebote in Blankenloch und Büchig sowie die Vorsorge für zukünftige Extremwetterereignisse waren zentrale Themen auf der Veranstaltung. Zudem informierte die Stadtverwaltung über die derzeitige Situation der Gewässer Stutensees und die Schaffung von Wohnraum in mehreren Baugebieten.

Die wichtigsten Neuigkeiten auf einen Blick:

STEP 2035 – Stadt will Bürger beteiligen

Der Stadtentwicklungsplan 2035 beschreibt Ziele und Ideen für die Zukunft von Stutensee bis zum Jahr 2035. Ein wichtiges Thema ist hierbei zum Beispiel der Klimawandel und die damit verbundenen benötigten Maßnahmen gegen Extremwetterereignisse. Der Plan solle gemeinsam mit der Politik, Verwaltung und Bevölkerung erarbeitet werden. Alle Bürger:innen können bis zum 15. Oktober eigene Ideen oder Einwände auf der Bürgerbeteiligungsplattform einbringen.

Zudem lud die Stadtverwaltung zur Teilnahme an der Dialogwerkstatt im Rahmen des STEP ein. Diese fand zwischenzeitlich am 4. Oktober statt, soll aber aufgrund der geringen Beteiligung seitens der Bürger:innen noch vor November wiederholt werden.

Kinderbetreuungsangebote in Blankenloch und Büchig

Um auch zukünftig genügend Kindergartenplätze bieten zu können, wurde eine Bedarfsplanung bis 2027 erstellt, so Fabian Böhnstedt, Sachgebietsleitung des Familienbüros. Nach dieser Bedarfsplanung sind in den nächsten fünf Jahren in Büchig keine neuen Plätze notwendig.
In Blankenloch fehlen jedoch mehrere Plätze, weshalb mittelfristig ein Neubau einer viergruppigen Einrichtung und kurzfristig die Einrichtung einer weiteren Gruppe geplant seien. Jeweils eine Gruppe des St. Josef- sowie eine Gruppe des Michaeliskindergartens sollen in den neuen Kindergarten ausgelagert werden. Zudem wird aktuell der Standort der Naturgruppe in Büchig überprüft, was zu einem notwendigen Umzug der Gruppe führen könnte.

Schulzentrum Blankenloch

Neben der fortlaufenden Planung der brandschutztechnischen Sanierung des Schulzentrums, wurden nach Angaben der Stadt bereits schadhafte Scheiben ausgetauscht, der Aufzug saniert, Graffitis entfernt und ein Trinkwasserbrunnen aufgestellt.

Bebauungspläne und Baugebiete

Die Stadt informierte über die Bebauungspläne in den Baugebieten “Westliche Bahnhofstraße II” , “Concordia-Quartier” und “Gärtnerei Krokusweg“. Der geplante Verfahrensbeginn für den Bebauungsplan “Gärtnerei Krokusweg” sei für den Herbst 2022 angesetzt.

Das Baugebiet ” Wohnpark Mittendrin” solle wie geplant im Jahr 2024 fertiggestellt werden.

Gewässerpflege und Extremwetterereignisse

Zum ersten Mal setzte sich die Stadt Stutensee mit dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt dieses Jahr an einem “Runden Tisch” zusammen, um die Ziele für die Gewässerpflege zu besprechen, so Johannes Klawe, Leiter des Amts für Bau- und Gebäudemanagement. Dazu gehöre die Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Gewässer, der Hochwasserschutz sowie die Vorbeugung von Niedrigwasserereignissen.

Zudem seien Konzepte zum Starkregenmanagement und Hochwasserschutz – inklusive Notfallplan – zusammen mit dem Ordnungsamt entwickelt worden.

Nach einer Frage bezüglich der kritischen Hochwasserlage am Nadelwehr, erklärte Petra Becker, dass die Situation bekannt sei und 2023 begonnen werde, eine Überwachung zu installieren. Zudem würden weitere Maßnahmen mit anderen Beteiligten entwickelt werden.

Nach mehreren Fragen von Bürger:innen bezüglich Trockenheit und des Grundwasserspiegels, ergänzte Joahnnes Klawe, dass der Grundwasserspiegel derzeit bei einem Meter unter dem langjährigen Mittel liege. Das Problem sei bekannt und wurde auch bereits am “Runden Tisch” angesprochen. Zudem sei die Stadt an einem Projekt zur Grundwasserneubildung beteilgt.

Ebenfalls thematisierten Bürger die vor kurzem stattgefundene Überschwemmung in der Eggensteiner Straße.
Oberbürgermeisterin Becker erklärte hierzu, dass Überprüfungen ergeben hätten, dass die Kanalisation ausreichend sei und ein punktuelles “Starkregen-Ereignis” für das Hochwasser verantwortlich war. Neben der im Rhythmus von zehn Jahren stattfindenden Überprüfung und Säuberung der Kanäle, die dieses Jahr wieder anstehe, würden daher derzeit auch die Kanalpläne überarbeitet.

Die Verwaltung verwies ebenfalls darauf, dass solche extremen Wetterereignisse aufgrund des Klimawandels häufiger auftreten werden, machte aber keine genaueren Angaben zu geplanten Klimawandelanpassungen.

Bahnprojekt Karlsruhe – Mannheim

Von 50 Trassenvarianten sind nun noch zwanzig im Rennen. Die Bahn behält sich jedoch vor, ausgeschiedene Varianten wieder in die Auswahl aufzunehmen. Die Varianten zwischen Friedrichstal und Spöck und neben Staffort sind noch dabei.

Wie die Oberbürgermeisterin mitteilte, konnte sie beim letzten Treffen gemeinsam mit Karlsdorf-Neuthard und einer weiteren Gemeinde erfolgreich die “Trennungs-Zerschneidungswirkung” der Bahntrasse zum Thema machen. Der Punkt sei daraufhin von den Verantwortlichen mit hoher Gewichtung gegen die Bahntrasse durch Stutensee vermerkt worden.

Die übliche Möglichkeit am Ende der Veranstaltung weitere Fragen zu anderen Themen stellen zu können war dieses Mal nicht gegeben, da die Veranstaltung nach dem letzten Programmpunkt ohne eine Nachfrage an die Bürger:innen von der Oberbürgermeisterin beendet wurde.

Korrektur 07.10.2022 12:15 Uhr: Wir hatten irrtümlich geschrieben, dass es in Blankenloch zwei neue Kindergartengruppen geben soll, von denen eine in den St. Josef- und eine in den Michaeliskindergarten ausgelagert werden soll. Richtig ist laut Stadtverwaltung vielmehr, dass je eine Gruppe der beiden Kindergärten in den neuen Kindergarten ausgelagert werden soll.

forum Kommentare

Stutenseer

Vielleicht ist diese Veranstaltung mit ein Grund dafür, dass beim Stadtentwicklungsdialog diese Woche kaum jemand gekommen ist. In Teilen wiedermal ein Trauerspiel seitens der Verwaltung. Konkrete Fragen seitens der Bürger, insbesondere bzgl. zu erwartenden Kosten, wurden immer wieder abgebügelt. Warum sollte man sich als Bürger da noch engagieren?
Dafür wollte sich unsere OB Becker vehement gegen den Bau der Bahngütertrasse entlang der A8 wehren – bis ihr jemand gesagt hat, dass Staffort an der A5 liegt – man bleibt einfach sprachlos zurück. Demgegenüber waren Herr Scholer und Frau Schönhaar mit ihren Ausführungen noch angenehme Ausnahmen. Trotzdem wurde gefühlt bei jedem 3. Satz darauf verwiesen, dass der zuständige Mitarbeiter entweder krank oder im Urlaub oder eben die Stelle nicht besetzt ist und man deshalb zu verschiedenen Punkten nicht aussagefähig ist.
Herr Strohal, ich hab das vor Monaten schonmal angemerkt: die Fluktuationsrate in der Stutenseer Verwaltung ist weit höher als in andere Gemeinden. Wir haben jede Woche ~10 Stellenausschreibungen im Amtsblatt, teilweise sind aktuell im Rathaus ja ganze Flure nicht besetzt. Wie wäre es mal mit einer Recherche zu dem Thema, auch zu den Gründen?

Hätte ja auch, noch schlimmer, die A1 sein können. Solche Äußerungen treten vermehrt auf, wenn man sich mit einer Sache zu intensiv, zu wenig- oder gar nicht richtig beschäftigt. Das kann man jetzt selbst überdenken. Doch warum dann ausgerechnet die A8 ? Das bleibt auch weiterhin das Geheimnis eines Lapsus Linguae. Vielleicht wegen dem Oktoberfest – aber in München nicht an der Heglach? Oazapft wars.

maction

Falls Mitleser, Frau OBin oder auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung noch auf der Suche nach fehlenden Informationen oder Anregungen für Verbesserungen der städt. Informationspolitik sind, können sie in den Kommentaren zu diesem Artikel fündig werden: https://www.meinstutensee.de/2022/09/einwohnerversammlung-in-blankenloch/.