Rückblick 2021: Ein weiteres Ausnahme-Jahr

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Bild: pixel2013/pixabay.com

Von Martin Strohal | 29.12.2021 20:48 | Keine Kommentare

2021 nähert sich seinem Ende. Entgegen aller Hoffnungen ist die Corona-Pandemie noch immer nicht vorbei. Viele öffentliche Veranstaltungen mussten wieder abgesagt oder verschoben werden. Dennoch ist in den letzten 12 Monaten einiges passiert. Für unseren traditionellen Jahresrückblick haben wir, völlig subjektiv, einige unserer Lieblingsartikel ausgewählt.

Frühjahr

Das Jahr begann mit…. ganz genau, mit einer (weiteren) Absage. Die beliebte Sammlung ausgedienter Weihnachtsbäume konnte nicht stattfinden. In wenigen Tagen, Anfang Januar 2022, werden wir eine ähnliche Situation erleben. Der CVJM Blankenloch-Büchig hat Aktion erneut abgesagt, während in Spöck zuletzt noch daran festgehalten wurde.

Baufeldfreimachung

Ebenfalls im Januar begannen die Arbeiten an der großen Baustelle in Blankenloch, dem künftigen “Wohnpark Mittendrin”, mit der Baufeldfreimachung. Dabei wurden bis auf zwei auch alle Linden gefällt, über die es im Vorjahr Diskussionen gegeben hatte.

Im März fand die Landtagswahl in Baden-Württemberg statt, zu der wir die Kandidierenden aus unserem Wahlkreis vorgestellt haben. Die Grünen gewannen die Wahl. Unser Wahlkreis ist jedoch künftig gleich mit drei Abgeordneten im Landtag vertreten: Andrea Schwarz (Grüne), Ansgar Mayr (CDU) und Christian Jung (FDP).

Corona hatte das öffentliche Leben weiterhin im Griff. Die kommunalpolitischen Gremien fanden neue Wege, Sitzungen kontaktarm zu gestalten. Die Stadträtinnen und -räte trafen sich per Videokonferenz. Die interessierte Öffentlichkeit konnte sich jedoch nicht einwählen. Zudem sagte die Stadt alle öffentlichen Veranstaltungen bis Ende August ab – darunter die Prunksitzungen der Karnevalsvereine und das Friedrichstaler Marktplatzfest.

Im Februar plante die Stadtverwaltung die Eröffnung eines kommunalen Testzentrums in der Festhalle.

Der geplante Ausbau der Bahnverbindung zwischen Karlsruhe und Mannheim nahm im Frühling mit dem “Dialogforum” Fahrt auf. Grobkorridore führten auch über Stutenseer Gemarkung.

Scheidende Baubürgermeisterin Sylvia Tröger

Ein Paukenschlag dann Mitte März: Erste Bürgermeisterin Sylvia Tröger kündigte ihren Rücktritt für den Sommer an, offenbar wegen Differenzen mit Oberbürgermeisterin Petra Becker. Diese bezeichnete die Ankündigung als “Schock“, die Gemeinderatsfraktionen äußerten ihr Bedauern.

Für die ökologische Bewirtschaftung innerstädtischer Grünflächen beschloss der Gemeinderat eine neue Grünflächenstrategie, die auch bei Natürschützern auf Zustimmung traf.

Kinderbetreuung ist in Stutensee das Jahr über ein Dauerthema. Da der Bedarf nicht gedeckt werden kann, wurde die Nachfrage nach einem Waldkindergarten in Friedrichstal ermittelt.

Sommer

Nachdem im Frühling erste Corona-Impfungen in den Stutenseer Seniorenzentren stattgefunden hatten und eine Testinfrastruktur aufgebaut war, kam es Ende Mai zu Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Die geplante Einwohnerversammlung in Spöck wurde jedoch digital durchgeführt. Das Stutensee-Bad blieb wegen Baumängeln länger geschlossen, als es die Corona-Verordnungen erforderlich machten. Auch das Feriendorf “Caribi” blieb in diesem Jahr erneut geschlossen.

In Friedrichstal wollte die evangelische Kirchengemeinde ein gemeinsames Nahwärmenetz mit Gebäuden der Stadt herstellen. Der Gemeinderat konnte sich jedoch nicht gleich dazu durchringen, entschied sich am Ende allerdings für eine Zusammenarbeit.

Ein neuer Regionalplan zeigte die Wachstumsmöglichkeiten der Stutenseer Stadtteile auf. In Gemeinderat und Stadtverwaltung war die Empörung wegen der fehlenden Einbindung groß. Beim Stadtentwicklungsplan hingegen soll die Bevölkerung beteiligt werden.

Nach dem Ausscheiden von Baubürgermeisterin Sylvia Tröger entschied sich der Gemeinderat, vorerst bei drei Bürgermeister:innen zu bleiben.

Der geplante Waldorfkindergarten suchte nach wie vor nach einer provisorischen Bleibe. Der Gemeinderat entschied sich gegen eine Umnutzung des Vereinsheims der Kleintierzüchter Friedrichstal und für einen Container-Standort neben dem alten Rathaus in Friedrichstal.

vlnr: Verleger Jeff Klotz, stv. Ortsvorsteherin Melitta Bernauer, Bernhard Sauer (Kulturstiftung der Sparkasse), OB Petra Becker, Manfred Raupp, Pfarrer Holger Müller, Prälat Traugott Schächtele

Bei einem amerikanischen Antiquariat stieß der Stafforter Pfarrer Holger Müller auf eine der wenigen erhaltenen Ausgaben des “Stafforter Buchs” von 1599. Kurzerhand wurde das Werk gekauft und hat nun in Staffort sein Zuhause gefunden.

Ende Juli stellte Walter Scheidle das Ergebnis seiner mehrjährigen Arbeit vor: das Ortsfamilienbuch Friedrichstal. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt er die Ehrennadel des Landes.

Zu Beginn der Sommerferien gab es Aufregung im Schulzentrum: Eine kurzfristig anberaumte Brandverhütungsschau hatte diverse Mängel ergeben und machte den Einbau provisorischer Brandschutztüren während der Sommerferien erforderlich. Glücklicherweise wurde alles rechtzeitig fertig.

Entwurf Mehrzweckhalle Staffort

Die Corona-bedingten Schwimmbadschließungen sorgten für einen “Stau” von Kindern, die das Schwimmen lernen wollten. In einer großen Ausbildungsoffensive bemühte sich die DLRG Spöck, für Abhilfe zu sorgen. Knapp 200 Kindern wurde im Spöcker Bad das Schwimmen beigebracht.

Schon lange war darüber diskutiert worden, im Juli beschloss der Gemeinderat schließlich den Ersatzneubau der Stafforter Mehrzweckhalle. Zudem suchte der Gemeinderat nach Möglichkeiten, die Anzahl der Kinderbetreuungsplätze zu erhöhen. Auch für die Senioren wurde etwas getan: An Konzepten für das “Wohnen im Alter” im Spöcker Neubaugebiet wird gearbeitet.

Herbst

Im September stand die Bundestagswahl im Fokus unserer Arbeit. Der Wahlkreis Karlsruhe-Land ging an den Neuling Nicolas Zippelius (CDU), der erstmals statt Axel E. Fischer für die CDU für das Direktmandat kandidierte.

Erschließung (Oktober 2021) – Richard-Hecht-Schule

In Friedrichstal hatte der bisherige Betreiber der Post-Filiale aufgegeben – die Post gab bekannt, die Filiale künftig selbst betreiben zu wollen. Bis zum Jahresende konnte jedoch kein geeignetes Personal angestellt werden, weshalb ein Termin für die Neueröffnung noch nicht bekannt ist.

Die Erschließungsarbeiten im Spöcker Neubaugebiet “Vierundzwanzigmorgenäcker” konnten im Herbst abgeschlossen werden, so dass nun die privaten Bauvorhaben beginnen.

Nachdem die Stelle des Ersten Bürgermeisters bzw. der Ersten Bürgermeisterin im Sommer neu ausgeschrieben worden war, konnte die Stadtverwaltung von mehreren Bewerbungen berichten. In der Gemeinderatssitzung Ende Oktober wurde Tamara Schönhaar aus Pfinztal zur neuen Stutenseer Baubürgermeisterin gewählt.

OB Petra Becker, Tamara Schönhaar

Beim Blankenlocher “Wohnpark Mittendrin” liefen die Bauarbeiten gut an. Zur Verdrängung des Grundwassers wurde Weichgel in den Boden gespritzt. Anschließend begannen die Aushub-Arbeiten.

Am 25. September verstarb der langjährige Ortsvorsteher von Staffort Ludwig-Wilhelm Heidt nach schwerer Krankheit kurz vor seinem 70. Geburtstag. Melitta Bernauer wurde als seine Nachfolgerin zur Ortsvorsteherin gewählt.

Corona-Einschränkungen machen erfinderisch. Während der traditionelle Kerwe-Flohmarkt in Friedrichstal abgesagt werden musste, fanden in Spöck, Friedrichstal und Büchig Flohmärkte statt, die über den ganzen Ort verteilt werden.

Corona sorgte auch dafür, dass Peter Heidt aus Staffort mit seinem Freund Siegfried Fernschild die Rallye nach Gambia vor einem Jahr nicht hatte antreten können. In diesem Jahr ging es dann endlich los. Die beiden Männer schafften es bis ans Ziel, verkauften das Fahrzeug und stellten das Geld für gute Zwecke zur Verfügung.

Nicht nur der Waldorf-Kindergarten war auf der Suche nach einer provisorischen Unterkunft, auch der Kindergarten in Spöck an der Richard-Hecht-Schule. Weil keine Container zu bekommen waren, musste die Eröffnung verschoben werden.

Zum Ende des Jahres einerseits Erleichterung: Die Bahn sieht von einer Erweiterung der Bestandsstrecke zwischen Karlsruhe und Graben-Neudorf um zwei weitere Gleise ab – aus Raummangel wäre das sowieso schwierig oder teuer geworden. Andererseits: Nun kann sich die Bahn einen Streckenverlauf zwischen Spöck und Friedrichstal hindurch, am Stafforter Baggersee vorbei zur Autobahn vorstellen. Zumindest ist dieser Trassenverlauf weiter im Rennen. Lokalpolitik und Natürschützer haben den möglichen Trassenverlauf bereits in Augenschein genommen und sich gemeinsam dagegen positioniert.

Nachdem Corona die Stutenseer Jugendbeteiligung weitgehend lahm gelegt hatte, fand im Oktober ein neuer Anlauf statt. Die für die Jugend geplante App wird jedoch nach wie vor vom Datenschutz blockiert.

Die Stutenseer Weihnachtsmärkte mussten auch in diesem Jahr wieder pausieren. Schwerpunkt zum Jahresende war stattdessen wieder Corona – neue Teststationen, neue Impfaktionen, neue Einschränkungen.

Wir sind gespannt, was das neue Jahr bringen wird und werden es in Stutensee in gewohnter Weise begleiten. All unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir einen guten Start und gute Gesundheit.

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