meinstutensee.de


Nach 2020 kommt 2021

Symbolbild

Bild: pixel2013/pixabay.com

Von Sofie Wirth und Martin Strohal | 29.12.2020 21:02 | Keine Kommentare

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Pandemie gilt das Jahr 2020 als nicht existent.

Aber ist das so? Es stimmt und es lässt sich nicht leugnen, dass in 2020 kaum etwas stattgefunden hat. Das Planen von Terminen, Events oder Urlauben war kaum möglich, und für vieles mussten Notlösungen gefunden werden. Das heißt aber nicht, dass Stutensee dieses Jahr nichts erlebt, gelernt oder erfahren hat. Wir zeigen euch, welche Ereignisse 2020 für Stutensee mitgebracht hat.

Jahresbeginn – ohne Corona

Abriss altes Stutenseebad

Das Jahr startete solide. Im Januar wurde eine Elternhaltestelle für Friedrichstaler Grundschüler errichtet, die Hol- und Bringstation für Eltern und Kinder. In Blankenloch begann der Abriss des alten Stutensee Bades und schaffte so neuen Platz für das Projekt “Wohnpark Mittendrin”. Gleichzeitig war die Karnevalszeit im vollen Gange. Zudem wurde die Stadt Stutensee erneut mit dem Qualitätsprädikat “Familienbewusste Kommune Plus” für familienfreundliche Strukturen ausgezeichnet.

Kranz für Opfer und Vermisste des Zweiten Weltkriegs

Mit dem Anbruch des neuen Monats Februar startete auf meinstutensee.de das neue Format der “Ohrenschau”, ein Podcast, der künftig die Ereignisse der Woche zusammenfassen sollte. Zusätzlich sollte eine neue meinstutensee.de-App erleichtern, Nachrichten zeitnah und unterwegs lesen zu können. Die Stadt Stutensee legte Ziele und Projekte der Zukunftswerkstatt für das neue Begegnungszentrum in Spöck fest und ernannte Bernd Scholer zu ihrem neuen Umweltbeauftragten. Daneben sorgten Sturmtief Sabine und Diana für Unwetter und Chaos auf den Straßen Stutensees, so dass der Bahnverkehr teilweise eingestellt werden musste. In der Hauptstraße Blankenloch wütete unterdessen ein Brand in einem der Wohnhäuser. In Staffort fand eine große Gedenkfeier zum Jahrestag des Luftangriffs im Zweiten Weltkrieg statt. Für die Opfer einer abgestürzten britschen Maschine wurde eine Gedenktafel enthüllt.

Frühjahr – Corona kommt

Schließung des Stutenseebads

Anfang März eröffnete ein italienischer Feinkosthändler sein eigenes Ladengeschäft in Stutensee und erhaschte damit den letzten Augenblick vor der Corona-Krise. Ab dem 6. März traten die ersten Anzeichen der Corona-Pandemie auf. Die Stadt Stutensee begann, nahe gelegene Termine und Veranstaltungen abzusagen, Hallen und Bäder wurden geschlossen und die Stadt bot eine Notfallbetreuung für Kinder und Schüler an, deren Eltern ins Home-Office wechseln mussten. meinstutensee.de organisierte eine digitale Nachbarschaftshilfe und bot so eine Hilfsplattform für ältere beziehungsweise bedürftige Menschen. Ab dem 21. März sorgte das Betretungsverbot öffentlichter Flächen und die Schließung aller Spielplätze für Unsicherheiten unter den Stutenseer:innen.

Einkaufen und sportliche Tätigungen sowie Spaziergänge waren unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen noch erlaubt, während die Kontakte dagegen möglichst eingeschränkt werden sollten. Das Osterfest fiel spärlicher aus als die Jahre zuvor, vieles wurde online angeboten, so auch Gottesdienste, Arbeit und Schulunterricht oder sportliche Aktivitäten der Vereine. meinstutensee.de leistete seinen Beitrag durch eine KreAktiv-Video-Reihe mit gesammelten Beiträgen von Stutenseer Vereinen oder Bürgern. Die Situation war für alle neu. Ungewissheit gab es auch bei den Abiturient:innen und deren Sorgen um ihren Schulabschluss.

Bei aller Unsicherheit gab es auch einige gemeinsame Aktionen: das Musizieren der “Ode an die Freude”, das Schreiben einer Fortsetzungsgeschichte oder das Schreiben von Post an Bewohner:innen von Seniorenheimen. Erste Stutenseer:innen begannen mit dem Nähen von Alltagsmasken. Über vieles konnte gar nicht berichtet werden: Eltern organisierten Schnitzeljagden, Steine wurden bemalt und traten ihre Reise durch Deutschland an oder verlängerten Steinschlangen, die sich in allen Stutenseer Stadtteilen bildeten.

Währenddessen wurde bekannt, dass die Volksbanken Stutensee-Weingarten und Bruchsal fusionieren wollen. Zudem wurde die Filiale in Staffort geschlossen, was insbesondere in dem Stadtteil zu Unmut führte.

Erschließungsbeginn 24-Morgenäcker April 2020

Der April startete mit ambivalenten Reaktionen auf den Aprilscherz des Toilettenpapierdealers von meinstutensee.de. Um die Kultur-Aktivitäten trotz der gegenwärtigen Corona-Situation aufrecht zu erhalten, setzte sich die “Junge Liste” für ein Autokino in Blankenloch ein, jedoch erfolglos. Die hohen Temperaturen im April sorgten einerseits für ein Waldbrandgefahr in Stutensee, andererseits für Zuversicht und Elan bei Stutenseer:innen. Fleißig und tatkräftig wurden die Gärten der Bewohner:innen umgestaltet und oder gepflegt und konnten so im späten Sommer in einer neuen Video-Reihe über Gärten von meinstutensee.de glänzen. Zudem verriet euch die Redaktion von meinstutensee.de ihre Lieblingsplätze in der Umgebung. Ende April wurde die Maskenpflicht in öffentlichen Räumen sowie dem Nahverkehr eingeführt. In einem Interview mit meinstutensee.de berichtete Oberbürgermeisterin Becker von den ersten Wochen mit Corona. Im Spöcker Neubaugebiet 24-Morgenäcker begannen die Erschließungsarbeiten.

Sommer

Neugestaltung Unterführung

Der Sommer in 2020 verhalf zu etwas mehr Zuversicht und Optimismus. Schrittweise durften Schulen, Hallen, Bäder und Spielplätze wieder öffnen, da die Infektionszahlen sich wieder stabilisierten bzw. sanken. Trotzdem sollten digitale Angebote wie beispielsweise der Kommunikationskanal milchl@dle der Stadt Stutensee oder die virtuelle Ausbildungsplattform dazu verhelfen, die Kontakte reduziert zu lassen. So wurden auch das Oktoberfest in Blankenloch sowie Stutensees Weihnachtsmärkte für dieses Jahr endgültig abgesagt. Für ein wenig Abwechslung und Unterhaltung im Sommer veranstaltete der GrauBau Blankenloch einen Kultursommer und verschönerte in diesem Zuge u.a. eine Unterführung Friedrichstals.

Garten von Frau Falkner in Blankenloch

Im Krimi-Kurzgeschichten-Wettbewerb von meinstutensee.de konnten Stutenseer:innen teilnehmen und so ihre Kreativität ausleben. Schwer getroffen von der Corona-Krise waren die Unternehmen, die in der Reisebranche tätig sind, auch in Stutensee. In Blankenloch wurde ein Fairteilerschrank für nicht mehr benötigte, aber noch verwendbare Lebensmittel eingerichtet. Nach mehreren unerwünschten Tierfütterungen durch Spaziergänger haben wir uns mit den Besitzern über die Folgen unterhalten. Das Begegnungszentrum Regenbogen in Spöck stand vor der Fertigstellung und wurde von uns mit der Kamera besucht. meinstutensee.de begann die Videoreihe “Gartenvielfalt in Stutensee”.

Am Wohnpark Mittendrin begann sich Widerstand gegen das Fällen von jahrzehntealten Linden zu regen. Für Verwirrung sorgten neue Bänke im Stadtgebiet, die erst da und dann wieder weg waren.

Spätsommer

Im Spätsommer fand ein deutschlandweiter Warntag statt, der die Sirenen und Warn-Apps für den Fall einer ernsten Situation testen sollte. Die Stadt Stutensee entschied sich überdies gegen die Teilnahme an der Offerta, um weiter steigende Infektionszahlen zu umgehen. Die Corona-Situation hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Warnstreiks der Mitarbeitenden im öffentlichen Personennahverkehr, die Streiks fanden auch dieses Jahr statt und brachten den einen oder anderen Bürger auf dem Weg zur Arbeit ins Schwitzen, wenn sie denn nicht auf das Fahrrad setzten.

Herbst

OB Petra Becker mit Piraten-Präsident Peter Rensch
beim Fassanstich

Eine kleine Alternative für das Oktoberfest gab es im Oktober dann doch. Unter Corona-Auflagen fand ein Fassanstich in kleinen Rahmen statt und der Karnevalsverein KCP bot einen Abholservice namens ‘Haxen-To-Go’ für Stutenseer:innen an.

Für Blankenloch wurde unterdessen eine neue Senioreneinrichtung geplant, in Spöck eröffnete das Begegnungszentrum Regenbogen, und in Staffort eröffnete sich die Möglichkeit, im örtlichen Vogelpark eritreisch Essen zu gehen. Zudem wurde dort die Planung für den Neubau der Mehrzweckhalle beschlossen. Für den Erhalt der Linden setzten sich nun immer mehr Bürger:innen ein und begannen dafür Unterschriften zu sammeln.

Protestplakat zum Erhalt der Linden an der Festhalle

Diese Tat resultierte im November zu einer Kompromissbereitschaft ausgehend von der Stadt: Zwei Linden sollen erhalten bleiben. Dafür begann die Planung für den Ausbau der Bahnstrecke Karlsruhe-Mannheim. Im Blankenlocher Gymnaisum wurden im Laufe des Monats Aerosolkonzentrationen gemessen, um die Effizienz des Lüftens einschätzen zu können. Die Grünabfallplätze in Stutensee wurden als Vorbereitung auf das neue Biomüll-Aufkommen ausgebaut. Zugehend auf den Dezember stiegen die Infektionszahlen an und sorgten so vorzeitig für die Schließung der Schulen und für eine umgangssprachlich als “Lockdown Light” bezeichnete Kontaktbeschränkung. Die evangelischen Kirchen haben ihre Weihnachtsgottesdienste erst umgeplant und dann abgesagt. Um die Gemüte der Bewohner:innen bei Laune zu halten, überlegte sich meinstutensee.de einen digitalen Adventskalender.

Das ganze Jahr über beschäftigte uns zudem die Situation der Altpapiersammlungen durch die Vereine, wegen Corona häufig entfallen, wegen Preiseinbruchs von der Stadt temporär bezuschusst und ab kommendem Jahr nun in neuer wirtschaftlicher Kooperation.

Menschen

In diesem Jahr haben wir über einzelne Stutenseerinnen und Stutenseer berichtet, die Außergewöhnliches gemacht haben: Peter Heidt aus Staffort wollte mit seinem Freund von Staffort nach Gambia fahren – bis ihnen Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Erfolgreich war die Friedrichstalerin Saskia Rosebrock, sie gewann einen internationalen Fotopreis. Auch Tanzmariechen Paula vom Karnevalsclub “Die Piraten” wurde ausgezeichnet, auch wenn die Faschings-Kampagne nun ins Wasser fällt.

Einzelne Einwohner haben den Buchmarkt bereichert, so F. P. Gorenflo mit seinen “Dorfgeschichten” und Nicole Barié, die ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht hat.

Die Friedrichstalerin Scarlett Golda will Eltern zeigen: Schlafen kann man lernen. Und ein neu gegründeter Verein will einen Lebensmittelladen in Spöck eröffnen. Ein weiterer macht sich für die Einrichtung eines Waldorf-Kindergartens in Stutensee stark.

Politisch bedeutsam auf personeller Ebene war, dass Nicolas Zippelius für die CDU für den Bundestag kandidieren wird und damit den langjährigen Abgeordneten Axel E. Fischer verdrängt.

Kurt Gorenflo (✝)

Verstorben sind zwei langjährige Kommunalpolitiker in Friedrichstal: der frühere Ortsvorsteher und Gemeinderat Kurt Gorenflo sowie Ortschafts- und Gemeinderat Franz Gelmar.

Fazit

Wenn wir das Jahr 2020 rückblickend betrachten, so lässt sich eins feststellen: Dieses Jahr war alles andere als gewöhnlich! Es war fast schon ein Ausbruch aus alten Gewohnheiten und somit eine Lehre für unser weiteres Leben. Wir verstehen, dass bei vielen von euch vermutlich die Luft raus ist und das darf auch sein! Deswegen wünschen wir euch einen umso geschmeidigeren und besseren Rutsch in das neue Jahr. Nehmt mit, was euch 2020 gelehrt hat, und freut euch auf ein hoffentlich zuversichtlicheres, unbeschwerteres Jahr 2021. Wir haben 2020 gelernt, dass wir eine tolle und engagierte Leserschaft haben und bedanken uns herzlichst dafür!

Bildquellen

  • Abbruch altes Stutenseebad Januar 2020: Thomas Riedel
  • Gedenkfeier Stafforter Bombennacht: Martin Strohal
  • Schließung Stutenseebad Coronavirus: tor
  • Vierundzwanzigmorgenäcker: Steven Kindel
  • Verschönerung Unterführung Rheinstraße: Marcel Tritschler
  • Gartenvielfalt Falkner: Martin Strohal
  • Fassanstich: Jessica Reichert
  • Protest gegen das Fällen der Linden in der Badstraße: Martin Strohal
  • Peter Heidt, Siegfried Fernschild: Martin Strohal
  • Saskia Rosebrock: Martin Strohal
  • Scarlett Golda: Martin Strohal
  • Siegerehrung Tanzmariechen Paula: Piraten Stutensee
  • Verein Waldorf-Initiative: Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik und zur Stärkung der Kinderseelen Stutensee/Hardt e.V.
  • Vorstand carlla e.V.: Martin Strohal
  • Kurt Gorenflo: Dirk Gebhardt
  • Silvester Neujahr: pixel2013/pixabay.com

Kommentare

Kommentare sind geschlossen